Puppenstube im Anflug

Die nächsten Spiele stehen vor der Tür. Gut, dass nach der 14-tägigen Pause und den künstlichen Aufregern rund um die Ancelotti-Nachfolge endlich wieder das runde Kunstleder rollt. Unser Trainer Julian Nagelsmann selbst hat jedenfalls genau diesen Eindruck vermittelt, als er am Donnerstag auf der Pressekonferenz Stellung zu all diesen Gerüchten bezog, die durch die Medien waberten und zuguterletzt darin gipfelten, dass er der auserkorene Nachfolger des Nachfolgers Heynckes sein könne.

Nix dran, sagte Nagelsmann, kein Kontakt! Jackenfarbe außerdem Blödsinn! Und das Foto von ihm in München wurde verfälscht, indem der kleine Fan, der mit drauf war, einfach abgeschnitten wurde… Und das glaubte man ihm alles auch, so zentriert wie er wirkte, wenn er über seine Mannschaft und die anstehenden Aufgaben sprach. Natürlich gilt im Fußballgeschäft, dass niemals nie gilt, weil man eben nie wissen kann, was so alles passiert, aber jetzt – der wichtigste Augenblick im Fußball – ist völlig klar, dass Nagelsmann mit ganzem Herzen bei der TSG ist.

Mehr wollen wir auch gar nicht wissen! Wer kann denn schon vorhersehen, ob Jupp Heynckes die müde Bayerncrew wirklich nochmal zum Abheben bringen kann? So dass es, falls nicht, in der Winterpause vielleicht doch zu einem mehrjährigen Vertrag mit Tuchel kommt. Oder, wenn‘s der alte Jedi-Ritter vom Niederrhein schafft: ob er dann nicht gebeten wird, noch ein oder zwei Jährchen draufzulegen. In beiden Fällen wird keiner mehr fragen, ob Nagelsmann nach München geht. Hoffen wir also das Beste – und freuen wir uns auf die aktuellen Herausforderungen!

Sieben Spiele in 22 Tagen stehen uns nämlich bevor, ein Marathon, bis die nächste Länderspielpause für ein bisschen Erholung sorgt. Zuerst kommt am Samstag Augsburg nach Sinsheim, am Donnerstag gefolgt von Istanbul, genauer: Basaksehir Istanbul. Gottseidank ist die Verletztenliste in der Pause deutlich geschrumpft, Amiri, Hack und Demirbay stehen wieder zur Verfügung. Vor allem im zuletzt verwaisten offensiven Mittelfeld werden die Gesundeten gegen Augsburg auch dringend gebraucht, vermehrt um Wagner und Kramaric, die so erfolgreich von ihren Länderspielreisen zurückgekehrt sind.

Denn die Puppenstube, unerwartet erfolgreich in die Saison gestartet, spielt ein höchst effektives, bewegliches Konzept aus dichter Defensive und schnellen Kontern. Man muss darum aufpassen, dass man sich gegen Urmel & Co keinen Treffer einfängt, sonst wird’s noch schwerer, die stabile Verteidigung auszuspielen. Die Kreativität der Rückkehrer ist aber nur ein Mittel, um den Defensivverbund der Augsburger zu knacken. Das andere heißt: Geduld!

Letzteres ist zwar keine ausgewiesene Fan-Tugend, aber wir lassen uns trotzdem gern darauf ein, wenn am Ende das Resultat stimmt. Außerdem macht es einfach Spaß, unserer Mannschaft beim Spielen zuzuschauen, selbst wenn es aufgrund der Terminhäufung gelegentlich zu Durchhängern kommt, beim einen Spieler mehr, beim anderen weniger. Und alles, was man so beobachtet, kann man hier auf dem Hoffenheimblog, wie schon mal angeregt, als Fan in echte Spieler-Bewertungen umwandeln.

Dazu muss man nur auf den „Emotionum“-Reiter klicken, das Weitere ergibt sich von selbst. Bald können wir dort übrigens auch einen „Man of the Match“ bestimmen, der wegen der Mischung aus statistischen Daten und unseren Bewertungen ein viel begründeteres Profil hat als sonst üblich. Das sähe dann bspw. so aus: „Olli Baumann erhält die Emotionum-Note 1,5, in Zusammenarbeit mit dem Hoffenheimblog!“

Emotionum arbeitet noch an diesem ziemlich interessanten Feature, das vor allem umso gerechter funktionieren wird, je intensiver wir bis dahin detaillierte Bewertungen vornehmen. Also: Auf geht’s, Bewertungen abgeben! Aber vorher: Auf geht’s, Hoffe, kämpfen und siegen!!!

Foto: Kraichgaufoto, Uwe Grün

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Alexander H. Gusovius