Was geht beim Effzeh?

Noch steht der 1. FC Köln auf Tabellenplatz 7, die zu europäischen Träumen einladende Hinrunde gerät aber unter Beschuss – und das im eigentlichen Wortsinn. Denn Köln kassiert in der Rückrunde zu viele Treffer, mit Vorliebe sogar in der ersten Viertelstunde. Das hat dazu geführt, dass der FC von den letzten zehn Spielen gerade mal zwei gewonnen hat. Neben zwei Remis waren sechs Niederlagen zu verbuchen!

Und das tut weh… In Köln hat man zwar seit einiger Zeit sehr stabile Verhältnisse, die Zeit des ewigen Auf und Ab schien vorbei. Vor allem defensiv war auf den Effzeh Verlass. Doch wie es in einer Stadt voller Jecken eben so zugeht, hat sich in der Rückrunde wieder jenes altbekannte Missverhältnis zwischen Anspruch und Realität eingeschlichen. Trainer Stöger hält noch die Hand drauf und lässt den Geist nicht aus der Flasche. Man hört ihn aber schon zischen…

Die Wahrheit ist, dass auch Platz 7 in erheblicher Gefahr ist. Freiburg konnte schon vorbeiziehen, und hinter Köln lauern in Schlagweite Bremen, Gladbach, Frankfurt und Schalke – sogar Leverkusen käme mit zwei Siegen locker vorbei. Das macht die Fans und auch die Mannschaft nervös, die jedoch auch mit zahlreichen Verletzungen und improvisierten Umstellungen zu kämpfen hat.

Der frenetische Kölner Anhang wird zunächst wieder wie eine Wand hinter ihrem Effzeh stehen. Das schmucke Rheinenergiestadion ist in Wahrheit ein Hochenergiestadion, das jedoch in klassisch manischer Weise mal himmelhochjauchzend, mal zu Tode betrübt reagiert und seine Träume von Europa nicht gern hinterfragt weiß – schon gar nicht von unserer TSG, die in Köln nach wie vor für eine Art Ausbund dunkler Mächte gehalten wird. Wenn’s aber ganz schlecht läuft für Köln, kann sich die Energie der Fans auch gegen die eigene Mannschaft richten.

Neben den Abwehrsorgen von Köln gibt auch der Sturm Anlass zur Sorge. Der uns bestens bekannte Anthony Modeste hat in Köln eigentlich sein fußballerisches Glück gefunden, weil das Angriffsspiel komplett auf ihn zugeschnitten ist. Und so hat er in dieser Saison mehr als die Hälfte der Kölner Tore im Alleingang erzielt, insgesamt 23, aber in den letzten vier Spielen nur einmal getroffen. Köln ist also abhängig von Modeste. Wenn er niest, hustet der Verein. Trifft er nicht, ist’s wie Rosenmontag ohne Kölsch.

Jetzt aber ist erstmal Freitagabend! Das Spiel findet unter Flutlicht statt, es wird wieder wärmer. Und die Aussichten für Hoffenheim sind als recht günstig zu bezeichnen. Der Gegner wackelt, man selber hat nach dem Sieg über Gladbach wieder viel Selbstvertrauen getankt. Vor allem sitzt unserer Mannschaft immer noch der letzte Besuch in Köln im Nacken, jenes ungerechte Ausscheiden im DFB-Pokal, das durch den bald folgenden Hinspiel-Sieg noch nicht ausreichend glatt gezogen ist.

Man darf also davon ausgehen, dass mit Geduld, überlegenem Ballbesitzspiel und viel Torhunger auch der Effzeh der Rückrunde zu knacken ist. Bleibt zu hoffen, dass der tosende Kölner Anhang keine ungute Energie abstrahlt und die Kölner Truppe zu überhartem Einsteigen motiviert. Nach dem Gladbachspiel gab es in unserer Mannschaft schon einige Blessuren zu behandeln, was auf der Zielgeraden der Saison besser nicht überhandnimmt! Für uns Fans ist das bevorstehende Fußball-Wochenende in jedem Fall dreimal angenehmer, wenn es von einem Sieg gegen Köln überstrahlt wird. Und deshalb: Auf geht’s Hoffe, kämpfen und siegen!

Zur Unterstützung wurden Daten herangezogen von: kicker.de

Fotos: Uwe Grün, Kraichgaufoto (http://www.kraichgaufoto.de/)

Deine Meinung zum Artikel: