Moin, Werder!

Und noch ein Flutlichtspiel, Mittwochabend, daheim gegen Bremen: Dieses 16. Saisonspiel ist der vorweihnachtliche Effekt einer seltsamen Planung, die zum ersten Mal keinen Herbstmeister zur Jahreswende kennen wird, weil das 17. Spiel wegen der EM im Sommer erst im neuen Jahr stattfinden kann. Oder weil zwischendrin zu viele inhaltsleere Länderspiele angesetzt wurden…

Aus Bremen kommen unterdessen, wenn man Julian Nagelsmann folgt, ermutigende Signale. Und zwar insofern, als die Bremer fröhlich verkünden, der Hoffenheimer Serie von 15 nicht verlorenen Ligaspielen in Folge ein Ende bereiten zu wollen. Für Julian Nagelsmann bedeutet das zunächst mal, sagt er, dass es ein richtig schönes Spiel werden kann, wenn der Gegner so ehrgeizig anreist. Das ist vollendeter Sportsgeist!

Und weil er den Bremer Trainer Nouri aus den Zeiten des Trainerlehrgangs gut kennt, weiß er, dass die Worte seiner Spieler durchaus ernst zu nehmen sind: Werder kommt zudem aus einer kleinen Serie von vier Spielen ohne Niederlage und ist im Sturm mit Kruse, Pizarro und Gnabry schnell und variabel aufgestellt. Deshalb ist Bremen inzwischen schon fünf Punkte weg von einem Abstiegsplatz und traut sich – nach dem Sieg in Berlin vorletzten Samstag und dem 1:1 gegen Köln letzten Samstag nochmal mehr – einiges zu.

Von daher ist die Bremer Ansage, uns zu schlagen, tatsächlich kein Pfeifen im Walde. Allerdings hat Bremen bislang die meisten Tore in der Liga kassiert, sogar drei mehr als der HSV – das will schon etwas heißen… Nur dass es in den letzten vier Spielen insgesamt bloß viermal im Bremer Kasten geklingelt hat und sich bei Werder folglich eine gewisse Defensivstabilität ausgebreitet hat.

Unsere Mannschaft muss sich trotzdem vor Werder nicht fürchten… Wenn sie sich überhaupt vor etwas fürchten sollte, dann davor, allzu siegessicher in die Partie zu gehen. Die Brust der TSG-Spieler ist durch den guten Lauf breit geworden, und nach dem Sieg über Köln und die beiden Remis in Frankfurt und gegen Dortmund erwarten sie selber und alle Fans nicht weniger als einen klaren Sieg gegen Bremen. Dass so etwas zur Falle werden kann, wenn man den Gegner nicht ernst nimmt, versteht sich von selbst. Doch wird Julian Nagelsmann dafür sorgen, dass die Mannschaft auf echten Wettkampf eingestellt ist. Niklas Süle sagt außerdem: „Wir haben auch die Typen, die denjenigen, die da mal ein bisschen abheben, einen auf die Glocke geben.“ Insofern sollte es an der nötigen Motivation eigentlich nicht fehlen.

Ach ja, Niklas Süle: Unser Innenverteidiger-Riesen-Talent soll zur nächsten Saison zu den Bayern wechseln, weiß die in solchen Dingen meist gut informierte Bildzeitung zu berichten, wie auch Rudy. Vermutlich stimmt die Nachricht also, die ein bisschen traurig macht, weil beide zu echten Gesichtern und absoluten Leistungsträgern der TSG gereift sind. Könnte das auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft trüben? Eher nicht. Transfergerüchte und -tatsachen gehören für Profis schließlich zum Alltag. Wir als Fans bekommen das wenigste davon mit und reagieren deshalb viel aufgeregter als die Spieler selbst. Auf Süle und Rudy selbst dürften die Gerüchte, die wohl keine sind, sogar eher stimulierend wirken. Hier in Hoffenheim sind sie groß geworden, hier wollen sie beweisen, was sie wert sind, im Fall von Süle (Rudy sitzt leider die fünfte gelbe Karte ab!) auch und gerade am Mittwochabend, wenn wir unser bislang so ertragreiche Hinrunde egal wie mit einem Sieg über Werder Bremen abrunden wollen. Also auf geht’s, wie gehabt, Hoffe: Kämpfen und siegen!!!

Zur Unterstützung herangezogen wurden Informationen von kicker.de

Fotos:
Uwe Grün, Kraichgaufoto (http://www.kraichgaufoto.de/)

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Alexander H. Gusovius