BVB-Türchen im Adventskalender…

Und schon rollt das nächste Spitzenspiel auf uns zu. Wieder geschieht es am Freitagabend, diesmal aber daheim – und zu Gast ist der BVB. Wer hätte in den letzten Jahren gedacht, dass a) diese Partie als echtes Spitzenspiel durchgehen würde, und b) Dortmund auch noch zwei Plätze schlechter notiert wäre!

Um ehrlich zu sein: Samstag steigt dann das eigentliche Spitzenspiel Leipzig-Hertha. Da treffen der Zweite und der Dritte der Liga aufeinander, während wir als Vierter mal bloß den Tabellensechsten empfangen. Trotzdem handelt es sich ganz klar um einen Spitzen-Leckerbissen – sportlich allemal. Entsprechend leergekauft ist das Kartenkontingent. Und keiner, der im Stadion ist und nicht nur die eigene Mannschaft, sondern auch den Fußball liebt, wird es bereuen, denn es wird eine heiße Partie.

Dafür ist der BVB fast im Alleingang verantwortlich, der Hoffenheim mit extremen Tempovorstößen zu überrollen versuchen wird. Aus TSG-Sicht dürfte das Duell dagegen gern so ruhig und konzentriert ablaufen, wie es in letzter Zeit zu einem Gütesiegel der TSG geworden ist. Eugen Polanski sagt denn auch im vereinseigenen Interview, dass es entscheidend sein wird, dem BVB das enorme Tempo zu nehmen.

Leider wird uns dabei Demirbay weiterhin fehlen, dessen Verletzung sich doch als gravierender darstellt, als es zunächst den Anschein hatte. Wie es aussieht, könnte er vielleicht sogar erst zum Rückrundenstart wieder fit sein. Dafür dürfte Rudy in die Mannschaft zurückkehren. In Frankfurt hat man gesehen, wie wichtig er inzwischen ist. Sein kluges Ballverteilen hat im hessischen Rumble-in-the-Jungle sehr gefehlt – manche Spielunterbrechung durch gegnerisches Foul hätte Rudy elegant vermeiden bzw. überspielen können, so dass der Ball wohl öfter gefährlich nach vorn gelangt wäre.

Dortmund hat übrigens nicht nur spielerisch Dampf auf der Turbine, sondern eben auch tabellarisch. Nach dem für schwarz-gelbe Verhältnisse mageren Remis in Köln letztes Wochenende sowie einem generell eher durchwachsenen Start in die Saison muss jetzt aus Sicht des BVB unbedingt ein Dreier her, und auch für den nur halb zufriedenen Anhang wäre so ein Sieg in Sinsheim gegen die ungeliebte TSG eine Art vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Umgekehrt wäre es für uns natürlich ebenfalls ein sehr, sehr schönes Päckchen unterm Tannenbaum, wenn wir einen mit schwarz-gelber Schleife verzierten Dreier einfahren würden. Die Chancen darauf stehen gar nicht schlecht – Dortmund hat nicht aus Zufall bisher nicht so richtig Fahrt aufnehmen können in der Liga. Denn den bisher erzielten, respektablen 32 Toren stehen 16 kassierte Treffer gegenüber, was den Höchstwert unter den sieben besten Vereinen darstellt.

Sagen wir es so: Dortmund verfügt über einen Spitzensturm und leidet unter einer löchrigen Abwehr. Käpt‘n Polanski hat also völlig recht, wenn er den Schlüssel für die Partie darin sieht, dass der BVB-Offensive durch Spielverlangsamung die Flügel gestutzt werden müssen. Erlahmt dann der offensive Drang, tut sich hinten mehr als nur ein Adventskalendertürchen auf, durch das unsere eigene, auch nicht zu verachtende Offensivabteilung durchmarschieren könnte.

Eines ist gewiss, es wird eine spielstarke, raumorientierte Partie, weil hier die Teams zweier Trainer aufeinandertreffen, die intelligente, spielerische Lösungen entschieden vorziehen. Ideenloses Zumauern, fieses Betonieren, brutale Spielzerstörung sind nicht ihre Mittel. Im letzten wird der Ausgang der Partie deshalb davon abhängen, welcher der beiden Trainer die beste Lösung zur Anwendung bringt – wovor man sich nicht fürchten muss, wenn man es mit Julian Nagelsmann hält. Und darum, Hoffe, kämpfen und adventskalendermäßig ein Türchen nach dem andern aufreißen und gern auch siegen!

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ran.de/datenbank – kicker.de

Fotos:
Uwe Grün, Kraichgaufoto (http://www.kraichgaufoto.de/)

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Alexander H. Gusovius