Köln kommt: Chance auf Revanche!

Der scheinbar so traditionsreiche 1. FC Köln (Gründungsjahr 1948) hat die vermeintlich traditionslose TSG Hoffenheim (gegründet ein halbes Jahrhundert früher: 1899) vor ein paar Wochen mit viel Glück in der Verlängerung aus dem Pokal geworfen. Im wie immer hochgepegelten Rhein-Energie-Stadion haben ebenso haarfeine wie falsch bewertete Abseitsstellungen die entscheidende Rolle gespielt. Ein verdientes Pokal-Aus war das jedenfalls nicht…

normal_ug098_6714_030416Aber egal, so geht’s zu im Fußball und im Leben. Am Ende muss man immer mit dem auskommen, was man hat – und lieber früher dafür sorgen, dass niemand sonst etwas zu entscheiden hat als man selbst. Umso schöner, dass es jetzt in der Liga die Chance auf Revanche gibt. Und auch wenn mehr als nur der Gästeblock von Kölner Unterstützern besetzt sein wird, kann von der FC-Fankulisse nicht dieselbe Stimmungserregung ausgehen wie in Köln selbst. Denn für die entscheidende Stimmung werden die Hoffe-Fans sorgen, und unsere Mannschaft hoffentlich obendrein.

normal_ug090_6633_030416Ein enges Spiel ist zu erwarten: Köln gehört zu den Spitzenteams beim Saisonstart, mit einer hohen taktischen Varianz, die den eher durchschnittlichen Kader zu überdurchschnittlichen Leistungen befähigt. Besonders rosig sieht unsere Heimbilanz gegen Köln auf den ersten Blick übrigens nicht aus: Vier von neun Spielen in Sinsheim hat der FC schon gewonnen – bloß dass dabei auch ein Pokalspiel von 2002 sowie ein Spiel damals in der Zweiten Liga mitzählen. In der aussagefähigeren Erstligabilanz liegen die Verhältnisse ziemlich ausgeglichen.

normal_ug055_6313_030416Von gelegentlichen Kaugummiwürfen abgesehen, spielt Köln seit einiger Zeit, was die Fouls und Karten anbelangt, bemerkenswert fair – was früher anders war. Bei Torschüssen, Eckbällen und Ballbesitz liegt Köln deutlich hinter der TSG, bei den Flanken (auf Modeste!) weit vorn. Das alles deutet zweifelsfrei auf eine Kontermannschaft hin, was durch die hohe Zahl von Abseitsstellungen (Modeste!) unterstrichen wird. Bei 18:8 steht das gegenwärtige Torverhältnis des 1. FC Köln. Und Modeste (!) hat allein 12 der 18 Tore erzielt… Das ist sensationell oder auch katastrophal, je nachdem, wie man es wertet: als Ausdruck von Abhängigkeit oder Torjägerklasse…

normal_ug034_6120_030416Wenn man sich dafür entscheidet, es als Abhängigkeit der Kölner von Modeste zu sehen, ist klar, dass man ihn unbedingt aus dem Spiel nehmen muss. Gelingt das, hat man das Spiel halb gewonnen. Für unsere Mannschaft gilt umgekehrt: Torchancen nutzen, egal wer! Kein anderes Team hat in der Liga so viele Torgelegenheiten so vieler Stürmer ungenutzt verstreichen lassen. Aber das kann sich ja jederzeit ändern. Bspw. würde Mark Uth, zurück im Kader, der Kölner Heimat zu gern beweisen, was er kann – was dann vielleicht auch Kramaric motiviert, der sichtbar immer mehr verkrampft, sobald er aussichtsreich vor dem gegnerischen Tor auftaucht. Man leidet mit ihm, nicht nur der verpassten Tore wegen, sondern auch deshalb, weil er so ein sympathischer, mannschaftsdienlicher Spieler ist, dem man den Torjubel einfach gönnt…

normal_ug027_6019_030416Bleibt zu hoffen, dass Demirbay und Vogt ebenfalls zurück im Kader sind. Andererseits: Amiri hat nach seiner Einwechslung in Gladbach in der zweiten Halbzeit unterstrichen, wie gut auch er die Fäden des Spiels ziehen kann. Selbst das Fehlen von Vogt konnte gut kompensiert werden, als Julian Nagelsmann von der Dreier-Innenkette auf Viererkette umstellte. Wie immer die Mannschaft also personell besetzt sein wird: Entscheidend ist, dass Köln am Samstag, drei Tage vor Nikolaus, nicht zu oft kontern kann, dass Modeste weitestgehend neutralisiert wird und Risse nicht noch so ein Dusel-Fernschusstor erzielt… Und darum, Hoffe, kämpfen und – bitte-bitte, lieber Nikolaus – auch siegen!

Zur Unterstützung wurden Informationen herangezogen von:

fussballdaten.de – ran.de/datenbank – kicker.de

Fotos:
Uwe Grün, Kraichgaufoto (http://www.kraichgaufoto.de/)

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