Matte Fohlen?

Nach dem etwas fahrlässigen Antritt daheim gegen den HSV bietet sich Hoffenheim jetzt die Chance, in Mönchengladbach Wiedergutmachung zu betreiben. Falls, womit zu rechnen ist, unter der Woche die richtigen Lehren aus dem unnötigen Remis gezogen worden sind. Und die heißen: Konzentration bis unter die Haarspitzen, Festhalten an Nagelsmanns Ideen und Konzepten sowie: Torchancen in Tore umwandeln!

normal_ug074_3155_281115Doch auf wen trifft Hoffenheim am kommenden Samstag eigentlich, um die gezogenen Lehren wirklich erfolgreich umzusetzen? Gladbach, obwohl Champions-League-Teilnehmer, ist ziemlich durchwachsen in die Saison gestartet und will in der Liga mit aller Macht den Turnaround schaffen. Gladbach ist hungrig auf Siege, zugleich aber auch sehr unzufrieden mit sich und der Fußballwelt. Vereine in solchen Lagen sind können leichte Beute oder besonders gefährlich sein. Das Remis der Fohlen gegen Manchester City am Mittwochabend, das sie zwar viel Kraft gekostet hat, dürfte eher Auftrieb geben.

normal_ug037_2980_281115Insgesamt aber herrschen bei Gladbach die Grautöne vor, es regiert die Skepsis. Gladbach spielt nicht wirklich schlecht, sondern agiert ohne die gewohnte mannschaftliche Geschlossenheit. Daran knüpfen sich manche Fragen: Steht die Mannschaft noch hinter ihrem Trainer? Sind die richtigen Transfers getätigt worden? Trägt das frühere Selbstbewusstsein die Mannschaft über die momentane Schwäche hinweg?

normal_ug097_3300_281115Hoffenheim durchlebt eine gegenteilige Phase. Nach einigem Glanz ist zwar die Partie gegen den HSV vergleichsweise glanzlos absolviert worden, das Selbstbewusstsein dürfte darunter aber noch nicht gelitten haben, die mannschaftliche Geschlossenheit sollte intakt sein. Ohne sie wird man gegen die Fohlen vom Niederrhein auch nichts ausrichten können. Vor allem deren schnelle Gegenstöße haben es in sich: Hoffenheim muss sicheren Ballbesitz dagegen stellen und das Mittelfeld konsequent dominieren.

normal_ug108_3403_281115Wenn es dann noch in Sachen Treffsicherheit gelingt, die Schatten der jüngeren Vergangenheit abzuschütteln, ist am Niederrhein etwas drin, ein Punkt oder sogar drei. Dabei muss man sich nicht vor heftigen Grabenkämpfen fürchten: In der Fairnesstabelle liegen Hoffenheim und Gladbach ganz vorn, knapp hinter den Bayern – entlang der gelben, gelb-roten und roten Kartenstatistik. Was die darüber hinaus verübten, also nicht-sanktionierten Fouls anbelangt, ist Gladbach immer noch Dritter, Hoffenheim jedoch Drittletzter. Was aber nicht heißt, dass die TSG brutalen Fußball pflegt, sondern eher, dass Gladbach zu verhalten unterwegs ist.

normal_ug033_2948_281115Hier liegt wohl einer der Gründe für den Gladbacher Fehlstart. Ein weiterer darin, dass Gladbach bisher sehr viel weniger Schüsse aufs Tor fliegen lässt als Hoffenheim. Wenn man dann sieht, dass Gladbach ca. 20% öfter in Ballbesitz ist als die TSG, bei deutlich besseren Zweikampfwerten, wird endgültig klar, was das Problem der Fohlen ist: mangelnde Effizienz! Unterm Strich folgt für die TSG daraus, dass die Chance auf einen Auswärtssieg in Gladbach selten größer war als jetzt. Wenn es denn gelingt, die Sicherheit vor dem HSV-Spiel wiederzuerlangen – was durch das voraussichtliche Fehlen von Kevin Vogt nicht unbedingt erleichtert wird.

Ein schöner Nebeneffekt des Spiels ist die Wiederbegegnung mit alten Bekannten: Vestergaard, Strobl und Johnson spielen inzwischen bei Gladbach. Noch schöner wäre es allerdings, wenn alle drei nach dem Spiel etwas wehmütig wären, nicht mehr für Hoffenheim zu spielen. Denn dann hätten wir tatsächlich drei Punkte entführt… Und darum: Auf geht’s Hoffe, kämpfen und siegen!!!

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Fotos:
Uwe Grün, Kraichgaufoto (http://www.kraichgaufoto.de/)

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Alexander H. Gusovius