Nicht mal Vizekusen…

Nach drei Siegen in Folge fährt 1899 Hoffenheim nicht ohne Selbstbewusstsein nach Leverkusen, zumal die Werkself in dieser Saison mit wechselhaften Leistungen aufwartet und bei Weitem nicht die Leistungen abzurufen vermag, die man ihr zum Ligastart attestierte. Zuletzt setzte es eine Niederlage in Bremen, davor gab es einen Sieg über Dortmund. Ähnlich wechselhaft gestaltete sich unter der Woche der Champions-League-Auftritt: Leverkusen war die erste Halbzeit lang Tottenham deutlich unterlegen, in der zweiten Halbzeit dominierte die Werkself das Geschehen.

Was ist unser gestiegenes Selbstbewusstsein also wert? Hoffenheim liegt in der Tabelle drei Punkte vor Leverkusen, aber die Saison ist noch viel zu jung, um egal welche substantiellen Schlüsse zuzulassen. Was man gegen Tottenham immerhin sehen konnte, war eine große Irritation, wenn Leverkusen sehr hoch angegriffen wurde. Und man konnte sehen, dass man gegen die Werkself 90 Minuten lang hochkonzentriert angehen muss, sonst kommt sie ins Rollen.

normal_ug081_4454_230116Anders als in vielen früheren Jahren stehen die Chancen diesmal aber nicht so schlecht, den einen oder anderen Punkt aus der BayArena mitzunehmen. Unsere Mannschaft sollte dafür allerdings eine deutlich bessere Chancenverwertung betreiben als in den letzten Spielen. Ein bisschen wird das CL-Spiel der Werkself auch noch in den Knochen stecken – und sie ist eben relativ leicht zu verunsichern. Rudi Völlers harte Replik auf Mario Baslers nicht gerade klugen Worte gegen Leverkusen zeigt, dass die Nerven doch schon etwas blank liegen.

Denn der Anspruch der Leverkusener, ganz oben mitzuspielen, ist bislang alles andere als eingelöst – was die Verantwortlichen und sicher auch die ganze Mannschaft umso mehr ärgert, als sich an der Tabellenspitze Erstaunliches tut: Die ewigen Bayern straucheln planlos in zwei Unentschieden, Köln, Leipzig und die Hertha teilen sich die Plätze dahinter – und Dortmund, punktgleich mit Hoffenheim, schwächelt bedenklich. Wann, wenn nicht jetzt, wäre der Boden für Leverkusen bereitet, endlich um die Tabellenführung mitzuspielen? Stattdessen nicht mal Vizekusen… Ja, das wurmt!

normal_ug031_4109_230116Statistisch bringt der Vergleich zwischen Hoffenheim und Leverkusen ein paar erstaunliche Daten zum Vorschein: Leverkusen hat in dieser Saison bislang erst 20 Eckbälle zugesprochen bekommen, Hoffenheim 31. Dabei hat Leverkusen etwas mehr Ballkontakte und etwas mehr gewonnene Zweikämpfe zu verzeichnen, aber deutlich weniger Schüsse Richtung Tor abgegeben. Hoffenheim scheint offensiv also erheblich quirliger zu sein – muss aber wie gesagt, um daraus am Samstag Kapital schlagen zu können, die herausgearbeiteten Chancen besser verwerten.

Sicher ist, dass es ein schnelles, spannendes Spiel wird. Vermutlich darf Volland, der in Leverkusen viel auf der Bank sitzt, diesmal ran, vielleicht sogar in die Startaufstellung. Calhanoglu, vor dem man sich sonst fürchten musste, wirkt in dieser Saison etwas flügellahm und wird mit Rückenproblemen vielleicht sowieso ausfallen. Aufpassen muss Hoffenheim auf Baumgartlinger. Als der ehemalige Mainzer gegen Tottenham eingewechselt wurde und Kampl deshalb nach vorn rückte, spielte die Werkself erheblich besser.

normal_ug025_4080_230116Wie das Spiel ausgeht, ist nicht vorherzusehen. Alles erscheint möglich, vom glücklichen bis zum Kantersieg beiderseits, von niedrigem bis hohem Remis mit viel Spektakel. Am wahrscheinlichsten ist jedoch ein knappes Resultat mit insgesamt drei, vier Toren. Aber für wen? Wagen wir einfach eine Prognose: Hoffenheim wird einen Punkt aus Leverkusen entführen, mindestens. Und deshalb: Auf geht’s Hoffe!!!

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Fotos:
Uwe Grün, Kraichgaufoto (http://www.kraichgaufoto.de/)

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Alexander H. Gusovius