Aufsteigende Form in Ingolstadt?

Letzte Saison holte die TSG in Ingolstadt einen Punkt. Das war, kurz vor Weihnachten, angesichts der prekären Lage im Tabellenkeller durchaus willkommen, zumal Ingolstadt einen geradezu brachialen Defensivfußball pflegte, der rein auf die Zerstörung des gegnerischen Spiels ausgelegt war. Mark Uth gelang es erst kurz vor Spielende, den Ausgleichstreffer zu erzielen (http://hoffenheimblog.de/kein-bundesligaspiel/).

normal_ug069_4084_300416Uth fehlt nun aber erstmal – leider auf längere Zeit. So ein Muskelbündelriss heilt nicht über Nacht aus. Andererseits fehlt Ingolstadt Trainer Hasenhüttl, der jetzt Leipzig trainiert. Dass er den Wechsel geschafft hat, vom defensiven Ingolstädter Sperrfeuer hin zum pfeilschnellen Bullen-Angriffsfußball, ist ein kleines Wunder. Vielleicht hat ein Schluck aus der Bullen-Wunderdose geholfen? Nein, das ist zu billig: Hasenhüttl muss ein echter Fußballfachmann sein, der alle Spielstile kann – sonst wäre er mit Ingolstadt auch nicht so erfolgreich gewesen.

normal_ug115_4367_300416Jetzt steht dort Markus Kauczinski am Ruder, der vorher Karlsruhe trainiert hat. Zungenschnalzend gelungen gestaltet sich sein Antritt in der Audi-Stadt allerdings nicht. Einen einzigen Punkt haben die Schanzer bisher auf dem Konto – und es mehren sich nervöse Nachrichten wie „Die Spieler stehen hinter Kauczinski“. Aber das sollten sie auch, Kauczinski ist ein erstklassiger Trainer, der nicht für vordergründige Effekte steht und mit Ingolstadt noch die Kurve kriegen wird.

normal_ug145_4543_300416Ein bisschen darf er damit jedoch noch warten. Erstmal soll unsere Mannschaft ihre aufsteigende Formkurve bestätigen und den zweiten Dreier in Folge holen – und das wird sie auch. Der Hunger nach Siegen ist während der langen Remis-Phase so sehr gewachsen, dass der Sieg über Schalke der Mannschaft nicht ausreicht. Sie wird alles daransetzen, den Erfolg zu wiederholen, es wird keine entscheidenden Konzentrationsmängel geben – und Ingolstadt ist noch nicht reif für den Turnaround.

normal_ug082_4165_300416Wie kann man da sicher sein? Es fühlt sich einfach so an… Außerdem ist Ingolstadt gezwungen, ein Tor zu erzielen, um aus der drohenden Negativspirale auszubrechen, und wird deshalb wieder in die Falle laufen, die sich die Schanzer in den letzten Spielen selber gebastelt haben. Zu oft und zu mutig haben sich die Schanzer da nach vorn begeben und dann Fehler gemacht, die Gegentore zur Folge hatten. Davon ist die Verunsicherung jedesmal mehr angewachsen und steht jetzt auf dem Höhe-, nicht auf dem Wendepunkt.

normal_ug066_4049_300416Ingolstadt wird deshalb etwas weniger mutig angreifen, wird Vorsicht walten lassen – und trotzdem Fehler machen, gerade vor eigenem Publikum, und sowieso wegen der Versagensangst und des Drucks, siegen zu müssen. Umgekehrt hat Hoffenheim im letzten Spiel eine Formation gefunden, die sich sehen lassen kann. Mit der defensiven Dreier-Innenkette aus Süle, Vogt und Bicakcic, davor Rudy, dann außen die offensiven Defensivkräfte Toljan und Kaderabek, vor Rudy die beweglichen Rupp und Demirbay, ganz vorn Kramaric und diesmal wohl wieder Wagner oder Vargas spielt die TSG einen ebenso kompakten wie dynamischen Fußball, dem die Schanzer vermutlich nicht genug entgegenzusetzen haben.

normal_ug051_3948_300416Schön wäre es jedenfalls – die Tage zwischen zwei Spielen fühlen sich viel besser an, wenn sie mit einem Sieg beginnen. Das wollen wir, auf den Geschmack gekommen, gleich nochmal so haben. Und auch deshalb: Auf geht’s, Hoffe!!!

Fotos:

Uwe Grün, Kraichgaufoto (http://www.kraichgaufoto.de/)

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