Wölfe in Sicht

„Seid immer gut, doch nie zu gütig, die Wölfe werden sonst leicht übermütig“,

lautet ein altes deutsches Sprichwort – als Motto wie gemalt für die anstehende Begegnung gegen den VfL Wolfsburg: übrigens mal wieder zu einer vernünftigen Zeit, Samstag in Sinsheim, 15.30 Uhr.

Von bisher siebzehn Begegnungen hat Hoffenheim fünf gewonnen und ist dreimal mit einem Remis aus den Partien gegangen, das letzte Heimspiel (12. März 2016) wurde mit 1:0 gewonnen. Das knappe Ergebnis stellt aber eher eine Ausnahme dar – im Schnitt fallen ziemlich genau vier Tore pro Spiel, wenn wir gegen die Wölfe antreten. Andererseits: die TSG neigt zu Spektakeln, ein deutlich niedrigerer Schnitt wäre allein von daher unwahrscheinlich.

normal_ug028_9793_120316Dafür sind die Spiele gegen Wolfsburg fast durchweg spannend und werden meist auf hohem Niveau ausgetragen. Die Wölfe mauern für gewöhnlich nicht, sondern wollen selbst das Spiel bestimmen, und genau das liegt der TSG, die dann ihr eigenes spielerisches Potential dagegensetzen kann. Im Moment jedoch scheinen sie sich wieder mal umzuorientieren, sie neigen zum defensiv ausgerichteten Kurzpass-Spiel und empfangen den Gegner erst an der Mittellinie. Auf Höhe der Bundesliga-Spitzenreiter, wohin Wolfsburg seit Jahren will, sind die Wölfe trotz des hohen Investitionsvolumens, trotz aller Bemühungen und Stareinkäufe noch lange nicht angelangt.

normal_ug029_9798_120316In der Autostadt herrscht seit Magaths wilden Transferzeiten immer noch viel, wenn auch inzwischen weniger Unruhe – diesjährig abzulesen an Draxlers Wunsch, den langjährigen Vertrag schon nach einem Jahr aufzulösen, was die Vereinsführung aber nicht akzeptiert hat. Und so schnürt das ewige Großtalent weiter grüngewandet über den Rasen, brilliert mal mit eleganten Dribblings und Flankenläufen, mal mit Hammerschüssen aus der Distanz, schaut aber immer noch stets ein bisschen spätpubertierend-hochnäsig drein (der Art „Wer bin ich eigentlich und was wollen die alle von mir?“) und schafft es vielleicht deswegen nicht, sein Riesentalent vollgültig umzusetzen.

normal_ug044_9938_120316Seit Neuestem hat sich auch Gomez das grüne Leibchen übergestreift. Letztes Wochenende durfte er gegen Köln zum ersten Mal ran, konnte aber nicht überzeugen. Wie bei Draxler wird es wohl zur Schicksalsfrage der Wolfsburger Saison, ob der letztjährige Überraschungs-Comeback-Stürmer der türkischen Liga auch in der Bundesliga wieder Fuß fassen kann. Süle wird vermutlich eine Antwort darauf wissen, die ihm nicht schmeckt…

Und damit zu uns. Wir werden zum dritten Mal eine veränderte Startformation erleben, davon darf man ausgehen. In den ersten beiden Spielen gab es deutliche Defizite in der Defensive, die sich gegen Wolfsburg lieber nicht wiederholen sollten. Dort wird es also vermutlich zu den meisten Änderungen kommen. Davor sind die Möglichkeiten nach Schweglers Verletzung etwas eingeschränkt, doch verfügt die TSG immer noch über eine beeindruckende Zahl von Sechsern, die zum Einsatz kommen könnten. Weiter vorn liegen die Positionen eher fest: Uth dürfte wie Kramaric und Wagner gesetzt sein.

normal_ug052_0013_120316Eine spannende Frage kreist um Vargas, Dass er nach seiner späten Rückkehr von der chilenischen Nationalmannschaft letztes Mal noch nicht im Kader auftauchte, war begreiflich. Diesmal wird er wohl mindestens auf der Bank sitzen oder gleich spielen. Mit seinen Fähigkeiten am Ball und seinem Drang Richtung gegnerischem Tor – in dem Casteels den ewigen Benaglio einstweilen abgelöst hat – könnte er für viel Torgefährlichkeit sorgen, was angesichts anhaltender defensiver Unklarheit ja nicht die schlechteste Methode wäre, die Wölfe auf Abstand zu halten.

Auch nach dem zweiten Spieltag lassen sich noch keine Tendenzen erkennen, wohin die Reise geht, weder bei uns noch bei den Wölfen. Dem dritten Spiel am Samstag kommt darum eine besondere Bedeutung zu. Das Schöne dabei ist, dass es ein garantiert hochklassiges Spiel werden wird, mit viel Tempo, vielen Höhepunkten und vermutlich auch vielen Toren!

Zur Unterstützung wurden Informationen herangezogen von:

kicker.de  /  fußballdaten.de

Fotos:

Uwe Grün, Kraichgaufoto (http://www.kraichgaufoto.de/)

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Alexander H. Gusovius

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