Wie Regen nach Dürre

Wenn am Wochenende der Fußball im DFB-Pokal endlich wieder rollt, wird sich das anfühlen wie ein Landregen nach monatelanger Dürre – was vielleicht kein schmerzfreier Vergleich ist angesichts dieses Sommers, der sich seinen Namen erst auf den letzten Metern ansatzweise verdient. Moment mal, hat es in der dreimonatigen Pause nicht auch eine EM gegeben? Hat es, ist aber fast vergessen, die Spiele waren meistens langweilig… Dafür laufen im Augenblick noch die Olympischen Spiele, bei denen es Süle und Toljan samt Kollegen ins Finale geschafft haben.

So gesehen sollte der Hunger nach Liga und Pokal nicht allzu groß sein. Ist er aber. Das wöchentliche Siegen und Verlieren ist einfach durch nichts zu ersetzen. Man freut sich, man ärgert sich, man ist angespannt bis zum Unterarmkrampf, man springt auf und diskutiert herum, bis sich das Wochen-Karussell wieder auf Anfang gedreht hat und das nächste Spiel ansteht… Da kommt als Auftakt die erste Hauptrunde im DFB-Pokal gerade recht, wo es noch nicht so ganz ernst zugeht – mit oftmals umso ernsteren Konsequenzen, wenn unterschätzte, unterklassige Mannschaften überraschend als Sieger vom Platz gehen.

Was immer mal vorkommt. Wie gesehen bspw. vor einem Jahr in München: Hoffenheim hatte bloß mal den Tabellenletzten der zweiten Liga zu besiegen, ging locker-verkrampft zuwerke – und flog aus dem Pokal. In der Folge geriet fast die ganze Saison zum Fiasko, der Abstieg rückte immer näher. Erst als Julian Nagelsmann in die Geschicke der TSG eingriff, gelangte Hoffenheim auf den letzten Metern ans rettende Ufer. So etwas soll, darf und wird diesmal nicht wieder passieren. Dass der Auftakt in die neue Saison derart vergeigt wird, steht kaum zu erwarten.

Nicht zuletzt ist der Gegner aus  Egestorf/Langreder, gerade in die Regionalliga aufgestiegen, ein anderes Kaliber als die Sechz’ger. Fußball spielen können sie dort allerdings auch, im Hannoverschen Umfeld, und deshalb werden sie Hoffenheim das Leben möglichst schwer machen. Indem sie, so die Erwartung von Julian Nagelsmann, vor allem hinten drin stehen und auf Konter aus sind. Deshalb wurde in den letzten Wochen viel Konterverhinderung trainiert.

Noch nicht zu erkennen ist, wie die Startelf von Nagelsmann aussieht. Das Aufgebot an Spielern, über das er verfügt, ist breit, und außer Polanski, der sich anscheinend mit muskulären Problemen plagt, sind wohl alle fit und verfügbar. Süle und Toljan natürlich nicht, die haben Besseres vor in Rio! Lassen wir uns also überraschen, wer es in den Kader und wer in die Startelf geschafft hat! Hauptsache, der Ball rollt wieder und die TSG versüßt uns die kommenden Wochenenden. Zum Auftakt wird es ganz bestimmt ein Sieg sein…

Foto: Uwe Grün, Kraichgaufoto (http://www.kraichgaufoto.de/)

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