Start in die neue Saison

Am Familientag der TSG war draußen vor den Toren der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena wieder einiges los. Vor allem die Kinder bekamen viel  geboten: In Mini-Arenen wurde gekickt und gekämpft, Jungs und Mädels miteinander und gegeneinander, Temposchießen, Zielschießen usw. – als Erwachsener hätte man da eigentlich auch ganz gern mitgemacht. Für die TSG-Fans jenseits des Kindesalters blieb es jedoch bei den Klassikern erwachsener Freuden, etwa dem Kran-Ausblick in die hügeligen Weiten des Kraichgaus oder den bewährten Getränken und kulinarischen Anlaufpunkten, diesmal vermehrt um eine Grillstation gehobenen Niveaus und den Stand eines neuen Partners der TSG, der Genossenschaftskellerei Heilbronn.

normal_ug018_6407_060816Es war mithin, wie man bei solchen Gelegenheiten gern sagt, für alle gesorgt. Das betraf auch die 90 Minuten auf dem Platz, im Innern der Arena, wo Hoffenheim gegen Verona antrat, eine ebenso athletische wie robuste Mannschaft aus der ersten italienischen Liga. Ihr Spielstil: früh anlaufen, die Mitte verdichten, Angriffe des Gegners ersticken, hart in die Zweikämpfe gehen – und kontern, was das Zeug hält…

normal_ug077_6729_060816Hoffenheim hatte sich umgekehrt diesmal auf die Fahnen geschrieben, vor allem die Konter der Veronesen zu unterbinden, was auch gelang, aber zu einem über weite Strecken taktisch geprägten Spiel führte. Es gab deshalb wenig echte sportliche Highlights zu bewundern, dafür umso mehr spielerische Substanz zu bestaunen, wenigstens seitens der TSG, die bereits jetzt, in der noch andauernden Vorbereitung auf die neue Saison, trotz etlicher Kaderveränderungen mit echter Wettkampffähigkeit aufwarten konnte.

normal_ug049_6580_060816Verona kam mit der aufmerksamen Hoffenheimer Defensive, in der Toljan und Süle olympiabedingt fehlten, jedenfalls gar nicht gut zurecht. Und so blieben die großartigen Konter Mangelware bzw. endeten meist im Abseits – während Hoffenheim, trotz der mitunter übertriebenen Härte der Veronesen, immer auch ordentlichen Offensivfußball praktizierte. Ein frühes Tor von Uth war der Lohn dafür in Halbzeit 1, nach einem Fehler im Veroneser Defensivverbund – in Halbzeit 2 konnte dann Wagner zum ersten Mal für die TSG einnetzen, mit einem sehenswerten Kopfball, der Wagners Klasse nachhaltig unterstrich.

normal_ug107_7006_060816Großen Eindruck hinterließ im vielfachen Auswechselreigen erneut Lukas Rupp, der im Mittelfeld enorm viel lief, kluge Bälle spielte und nur nach vorn immer mal wieder die letzte Feinheit vermissen ließ. Mit ihm hat Hoffenheim möglicherweise einen jener Spieler verpflichtet, die im aktuellen Fußball den Unterschied machen: intelligent, schnell, ballsicher, durchsetzungsfähig. Kevin Vogt, den man gern hinter Rupp gesehen hätte, musste dagegen in der Innenverteidigung aushelfen, wo er aber ganz offensichtlich auch sehr gut zurechtkommt.

normal_ug069_6693_060816Einen weiteren Test gibt es noch, bevor es ernst bzw. die erste DFB-Pokal-Hauptrunde ausgespielt wird. Kommenden Freitag um 19 Uhr tritt Hoffenheim gegen den spanischen Erstligisten Bilbao an und kann nochmal die innere Einstellung beweisen bzw. an der künftigen Startaufstellung feilen. Denn noch ist völlig unklar, welche Spieler das Korsett der Mannschaft bilden werden. Julian Nagelsmann verfügt über eine so hohe Varianz in allen Bereichen, dass außer Baumann und Süle einstweilen niemand gesetzt zu sein scheint.

normal_ug077_6729_060816Ganz vorn sind bspw. mit Uth, Kramaric, Wagner und Vargas vier Klassespieler verfügbar, dazu Ochs, Schmid, Terrazzino, Zuber, Hamad und Elyounoussi, während sich im Mittelfeld Rupp, Vogt, Polanski, Rudy, Geiger und Schwegler anbieten. Defensiv wirkt das Personaltableau kaum enger, mit Hübner, Bicakcic, Süle und Schär sind allein vier echte Innenverteidiger verfügbar. Auf den Außen kann Nagelsmann Toljan und Kaderabek aufbieten, doch gibt es da auch noch Kim – oder Ochs und Schmid. Letzterer hat eine Halbzeit lang gegen Verona auf rechts als Außenverteidiger einen überraschend guten Auftritt hingelegt. Angesichts dieser extremen Vielfalt und hohen Leistungsdichte darf man gleich doppelt gespannt sein, wie die neue Saison beginnt…

Fotos: Uwe Grün, Kraichgaufoto

Deine Meinung zum Artikel: