Trio mit vier Fehlern

Gladbach war besser, Hoffenheim diesmal eher schwach. Viel mehr gäbe es fast nicht zu sagen. Wäre da nicht die heikle Situation drei Spieltage vor Saisonende, dazu ein Frankfurter Sieg über matte Mainzer – und ein Schiedsrichter-Trio, das vieles nicht sah.

Zählen wir die Schiri-Fehler rasch auf: Abseits bei Gladbachs 1:0, grobes Abseits plus Foul am Torwart beim 2:0, Abseits beim 3:1 sowie ein nicht gegebener Hand-Elfmeter für Hoffenheim. Das ist in der Summe eine desolate Schiedsrichterleistung. Letztendlich beschweren kann sich Hoffenheim trotzdem nicht. Der sportliche Auftritt in Gladbach war einfach nicht danach, die Niederlage entsprach unübersehbar den Verhältnissen auf dem Rasen.

In der ersten Halbzeit, die spielentscheidend war, griff Gladbach extrem hoch an und verhinderte ebenso konsequent wie erfolgreich jegliche TSG-Spielentfaltung, während Kramaric und Volland es eher bei gemütlichem Anlaufen beließen, sodass Gladbach auch im Mittelfeld weitgehend ungestört seine Kreise ziehen konnte. Irgendwie wollte das geplante Ablaufen der Gladbacher Spielzüge und das Eingreifen per Zweikampf im entscheidenden Moment nie richtig klappen, stattdessen spielte Gladbach die Bälle im entscheidenden Moment in die Schnittstellen und sorgte wiederholt für Gefahr.

Julian Nagelsmann hatte erneut eine neue taktische Formation ausgetüftelt, sich gegen Gladbach aber offenbar „verwachst“. Statt wie beim letzten Spiel gegen Berlin Toljan rechts und Volland links als Zusatzkräfte für die Dreierkette aus Süle, Schär und Strobl aufzubieten, waren Toljan links und Uth rechts damit beauftragt – was lang nicht so gut funktionierte. Vielleicht auch deshalb, weil Hoffenheim in der Offensive wieder sehr viele Bälle viel zu schnell verlor, woran der diesmal viel weiter vorn tätige Volland keinen geringen Anteil hatte. Und so rollten unentwegt Gladbacher Angriffe aufs Tor, die, wenn auch nur unter besagter Mithilfe der drei Ordnungshüter auf dem Rasen, zu zwei Toren in der ersten Halbzeit führten, eines davon durch den unglücklichen Toljan.

In der zweiten Halbzeit griff Hoffenheim höher an, was die Kräfteverhältnisse endlich etwas geraderückte. Der Lohn war der Anschlusstreffer durch Kramaric – und die Folge eine alsbald einsetzende Gladbacher Verunsicherung sowie die sofort wieder aufflammende Hoffenheimer Gewissheit, auch bei Rückstand noch etwas reißen zu können. Und wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte Strobl, der zukünftige Gladbacher, sich nicht zu engagiert gezeigt. Sein Solo im offensiven Mittelfeld, bei dem er in einer höchst unnötigen 1:1-Situation den Ball verlor und Gladbach zum pfeilschnellen Konter plus dem dritten Tor einlud, wirkte wie der tragische Versuch, unbedingt seine Tauglichkeit als künftiges Fohlen beweisen zu wollen.

Absicht war dabei garantiert nicht im Spiel, denn Tobias Strobl zählt zur Kategorie „untadeliger Sportsmann“. Es war einfach ein wackliger Moment mehr in einer Partie, in der leider nicht der erhoffte nächste Schritt Richtung Klassenerhalt gelingen wollte. Alle, nicht nur Strobl, hatten zu viel gewollt und zu wenig umgesetzt. Dummerweise konnte die Konkurrenz im Tabellenkeller, mit der Ausnahme von Stuttgart und Darmstadt, jedoch punkten, sodass der Boden dort unten immer noch heiß ist. Vor allem die Siege von Augsburg und Frankfurt haben die Verhältnisse wieder sehr eng gemacht.

Wie ein Abstiegskandidat hat Hoffenheim in Gladbach nicht gewirkt. Das ist tröstlich, außerdem kann und darf man gegen Gladbach durchaus mal verlieren. Aber die TSG ist dennoch ein möglicher Absteiger – das muss man sich, trotz der vielen Punktgewinne vor dieser schmerzhaften 3:1-Niederlage, weiter vor Augen halten. Den letzten drei Spielen kommt damit nach diesem Wochenende eine nochmals gesteigerte Bedeutung zu.

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