Huub Stevens tritt zurück – und jetzt?

Die Nachricht schlägt ein wie ein Blitz: Huub Stevens ist zurückgetreten, aus gesundheitlichen Gründen. Stimmt, er sah nicht gut aus am Sonntag, schon während des Spiels gegen Darmstadt, aber auch danach, auf der Pressekonferenz. Man konnte fühlen, wie nah ihm die gesamte Lage ging.

Und dass ab einem gewissen Alter gesundheitliche Probleme auf dem Fuß folgen, ist leider wahr. Besser, man schützt sich davor, auch durch Verzicht auf Ämter. Denen, die dahinter wahlweise eine Verschwörung, Amtsmüdigkeit oder gar Feigheit erkennen wollen, sei gesagt, dass Huub Stevens richtig gute Arbeit geleistet hat. Die Siege, um dem Tabellenkeller zu entkommen, fehlten zwar, aber er hat der Mannschaft in kurzer Zeit eine sichtbare Ordnung und Stabilität verschafft und ihr zu wettkampftauglicher Kondition verholfen. Das kann bis zum Saisonende noch richtig wertvoll sein.

Wenn jetzt, wie es aussieht, seine Co-Trainer wenigstens vorerst übernehmen, zeigt die TSG damit, dass sie den Weg von Huub Stevens weiter teilt und auf seine Grundlagenarbeit baut. Das erscheint auch logisch und richtig. Huub Stevens hat eine gewisse Zeit gebraucht, die Mannschaft körperlich und taktisch neu zu formieren, so dass man mit einem harten Richtungswechsel viel Gutes zum Einsturz bringen könnte. Die vorläufigen Nachfolger werden Kontinuität wahren, aber sicher auch Neuerungen bringen. Das kann eine richtig gute Mischung sein.
Im Moment bleibt nur zu sagen: Alles Gute, Huub, vor allem auch gesundheitlich! Es war interessant und hat Spaß gemacht, den „Knurrer aus Kerkrade“ hier zu erleben.
Fotos: Uwe Grün, Kraichgaufoto

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Alexander H. Gusovius