Hamads Spiel

Die über Weihnachten und Silvester kalorienreich wattierten Fußball-Nerven fangen allmählich wieder an zu kribbeln! Bis zur Rückrunde ist es nicht mehr weit, da kam das Testspiel am Sonntagnachmittag gegen den Erstliga-Tabellenvierten aus Österreich gerade recht. Sturm Graz, zu Gast im Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim, erwies sich jedoch eher als laues Lüftchen. Die Gäste aus der Steiermark spielten körperbetont, ließen aber jeden offensiven Glanz vermissen.

Die TSG war stark ersatzgeschwächt – sagte man im Vorfeld. Tatsächlich fehlten Volland, Süle, Polanski und Schwegler, um nur einige zu nennen. Doch mit Schär und Bicakcic war die Innenverteidigung sichtbar gut aufgestellt, Strobl und Rudy glänzten als Doppelsechs, und mit Vargas, Uth, Schmid und Hamad wurde auch die Offensive zu keiner Notlösung. Hoffenheim verfügt ganz offensichtlich über gute Spieler-Reserven, so dass die Ängstlichen, die wegen bislang fehlender Neuzugänge angestrengt die Stirn runzeln, nun etwas ruhiger schlafen dürften.

normal_ug044_2988_170116Besonders Hamad konnte bei seiner Rückkehr ins Team, nach Ausleihe samt Kreuzbandriss, auf der Zehnerposition entschieden auf sich aufmerksam machen. Er sprühte vor Spiellust und lenkte die offensiven Bemühungen der TSG in die richtige Richtung. Kann sein, dass da mit ihm eine Lösung für die Nachfolge von Firmino vereinsintern erwächst. Sollte er seine Leistung gegen Graz in der Liga bestätigen können, auf jeden Fall!

Natürlich fehlte der Partie der ultimative Einsatz. Wenn es um Punkte geht, wird härter um jeden einzelnen Ball gekämpft, die Laufduelle werden verbissener, die gesamte Laufleistung steigt enorm an. Trotzdem war zu sehen, dass „die Ordnung“, die Huub Stevens dem Team einzupflanzen versucht, immer mehr etabliert ist. Dass Graz bis auf den Treffer in letzter Minute sonst zu keinem einzigen ordentlichen Angriff kam, lag eben auch daran.

normal_ug062_3100_170116Überhaupt scheint neben der Ordnung auch die Stimmung in der Hoffenheimer Mannschaft zu passen. Trotz des radikalen Wetterwechsels von südafrikanischem Hochsommer auf Kraichgauer Winter wirkten unsere Spieler hochmotiviert und konzentriert. Und so behielten sie durch Tore von Schmid, Rudy und Hamad die Oberhand. Daraus lässt sich für den nächste Woche beginnenden Fight gegen den Abstieg immerhin die Erkenntnis ziehen, dass es am nötigen Willen und Können nicht fehlt.

Fotos: Kraichgaufoto, Uwe Grün

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Alexander H. Gusovius