Eintracht zuhause mit Huub

Frankfurt, Hoffenheims nächster Gegner, ist unter Heimkehrer Armin Veh gut in die Saison gestartet, knickte dann ein und blies die Backen zuletzt wieder auf. Auf einen Sieg in Hannover folgte ein beinhartes 0:0 gegen die Bayern, die damit zum ersten Mal in dieser Saison Federn lassen mussten. Drei Siege hat die Eintracht bisher zu verzeichnen, neben Hannover wurden Stuttgart und Augsburg geschlagen.

Eine echte Erfolgsbilanz ist das nicht. Um eine solide Saison zu spielen, ist es natürlich gut, gegen solche schwächelnden Teams zu gewinnen. Um mehr von sich her zu machen und sich in der Tabelle weiter oben zu platzieren, braucht es aber solidere Ergebnisse gegen stärkere Gegner was der Eintracht nur mit dem Ausreißer gegen die Bayern gelang. Daraus folgt, dass Hoffenheim eine echte Chance hat, die Aufbauarbeit von Huub Stevens mit dem ersten Heimsieg der Saison zu garnieren.

normal_ug102_0546_121214Dazu braucht es logischerweise eine Verstetigung dessen, was in Köln schon zu sehen war: eine stabile Grundordnung, aus der heraus mehr und vor allem sicherer nach vorn zu spielen wre. Die Eintracht ist in jedem Fall schnell zu verunsichern, auch wenn sie einstweilen viel besser dasteht als die TSG. Man darf gespannt sein, was die Rückkehr von Volland in die Startelf bewirken wird.

Die Hoffenheimer Gesamtbilanz gegen Frankfurt kann sich sehen lassen. Jedes zweite Mal hat die TSG gegen die SGE gewonnen, dreimal unentschieden gespielt und nur dreimal verloren zweimal allein in der Negativsaison 2012/2013, einmal letzte Saison, als es unter Gisdol auch schon nicht mehr gut lief. Daraus darf man den Schluss ziehen, dass die Eintracht ziemlich schlechte Karten hat, wenn Hoffenheim wenigstens normalgut spielt.

Die große Frage ist also, wie weit die TSG nächstes Wochenende schon beim Wiedererlangen ihres spielerischen Potentials gekommen ist. Huub Stevens hat unter der Woche mehr Zeit als zuletzt, der Mannschaft das kleine und das große ABC des Fußballs wieder näherzubringen. Aber man sollte auch nicht verkennen, wie tief die Mannschaft auseinandergebrochen war, wie wenig die Mannschaftsteile noch aufeinander bezogen agierten, wie sehr die gesamtmannschaftliche Geschlossenheit gelitten hatte. Um hier wieder Tritt zu fassen, braucht es vielleicht mehr Zeit als ein, zwei Wochen.

normal_ug067__121214In jedem Fall darf sich Hoffenheim auf eine rauhe Gangart einstellen. Frankfurt liegt auf Platz 2 der Tabelle für gelbe, gelb-rote und rote Karten. Und das bei einer nur mittleren Foulquote und gar nicht guten Zweikampfwerten! Was nichts anderes heit, als dass die Frankfurter gern heftiger zulangen, wenn sie in den Gegner gehen. Mit solchen Werten korrespondiert meist eine wenig ausgeprägte Spielkultur, weshalb Frankfurt (übrigens zusammen mit Hoffenheim) tatsächlich zu den schwächeren Teams in Sachen Torschüsse gehrt. Letztere werden zu 30% per Kopf vorgetragen, aufseiten der TSG nur zu 10%.

Mag sein, dass sich der schwache Hoffenheimer Kopfballwert unter Huub Stevens bald verbessert. Das hngt natrlich davon ab, wen er in den Sturm beordert. Da man davon ausgehen darf, dass es beim stabilen 4-4-2 von Köln bleibt, ist offensiv nur noch ein Platz frei neben Volland. Setzt Stevens auf Vollgas, also auf Volland und Vargas? Dann werden die Kopfballgelegenheiten eher selten sein. Oder will er einen echten Mittelstrmer vorne drin haben?

normal_ug078_0303_121214Frankfurt setzt natrlich vor allem deshalb auf Kopfballchancen, weil sie Alex Meier haben. Eine Unzahl von Flanken hat die Eintracht in dieser Saison schon geschlagen, nur Schalke, Wolfsburg und die Bayern haben da bessere Werte. Doppelt so oft flankt Frankfurt von links wie von rechts Kim muss sich vorsehen! Und die ganze hintere Viererkette muss sich gut nach vorn verschieben, um den Tabellenführer in Sachen Abseits (zusammen mit Dortmund) möglichst oft ins Leere laufen zu lassen.

Was ist unterm Strich zu erwarten? Eine heiß, vielleicht sogar derb umkämpfte Partie, denn bei einem Sieg würde Frankfurt noch weiter ins sichere Mittelfeld vorrücken, der TSG würden die drei Punkte den Anschluss ans untere Mittelfeld sichern. Man darf gespannt sein, wieviel Motivation die Mannschaft aus dieser Konstellation zieht und wieviel Huub schon in Hoffenheim wirksam sein wird.

Zur Untersttzung wurden Informationen herangezogen von:

kicker.de – fuballdaten.de – ran.de

Fotos: Uwe Grün, Kraichgaufoto

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