Huubs Premiere

Ausgerechnet in Köln, wo Huub Stevens von 2004 bis 2005 Trainer war, muss er zum Auftakt seines Engagements mit der TSG antreten, ausgerechnet. Sagt er selbst, sagen auch die Medien. Dabei war es alles andere als unwahrscheinlich, dass es zu einer Auftaktbegegnung mit einem ehemaligen Klub von ihm kommen würde. Schließlich hat er außer Köln auch schon Schalke, Hertha, Stuttgart und den HSV trainiert.

Viel Besonderheit birgt der Umstand seiner Rückkehr zu einem Ex-Verein daher nicht. Darüber hinaus ist es auch schon viel zu lang her, dass Huub Stevens seine Zelte in Köln aufgeschlagen hatte, als dass außer vielleicht dem Platz- oder Zeugwart noch irgendwer da sein könnte, den er persönlich kennt. Emotionale Querverbindungen dürfte es infolgedessen kaum geben. Immerhin existierte zu Huub Stevens Zeiten das Rhein-Energie-Stadion schon in heutiger Gestalt. Es war gerade fertiggestellt worden.

Die Voraussetzungen, die anstehende Partie nüchtern zu betrachten, sind also gegeben. Nicht zuletzt, weil Huub Stevens auch ein nüchtern denkender und handelnder Trainer ist. Andererseits ist so ein erster Moment zwischen Trainer und Mannschaft emotional immer etwas ganz besonderes. Gegnerische Mannschaften fürchten sich davor, mit einem neuen Trainer ist eine Mannschaft auch zu ganz neuen Taten aufgelegt – nicht durchweg, aber doch oft.

normal_ug111_3368_081114Darum kann man überhaupt keine Voraussagen für das Spiel machen. Wie Köln spielt, weiß man, aus gesicherter Abwehr schnell nach vorn, gern mit langen Bällen oder Flanken auf „unseren“ Modeste, der in Köln sein Glück gesucht und gefunden hat und als echter Torjäger unterwegs ist. Wie aber Hoffenheim spielen wird, steht in den Sternen. Konnte Huub Stevens in den wenigen Tagen bereits den Schalter umlegen? Seinen Äußerungen zufolge will er die Mannschaft das spielen lassen, was sie kann. Nach den vielen Verkrampfungen und deprimierenden Niederlagen der letzten Zeit weiß man aber gar nicht mehr, was unsere Mannschaft kann. Schon gar nicht angesichts der vielen neuverpflichteten Spieler…

normal_ug101_3320_081114Gibt es eigentlich Wetten auf Mannschaftsaufstellungen? Falls ja, dürfte derjenige, der Hoffenheims Startaufstellung in Köln richtig vorhersagt, sich eine goldene Nase verdienen. Nur dass man vor jeglichem Wetteinsatz wegen völliger Unwägbarkeit abraten müsste – außer Süle und Baumann dürfte kein Name sicher sein. Vermutlich wird Schär neben Süle innen verteidigen, gut, aber sicher ist das auch nicht: Strobl könnte ja auch, Bicakcic nach der gelb-roten Karte natürlich nicht. Und wer verteidigt außen? Völlig ungewiss, auch wenn Toljan vermutlich dazugehört! Dann das Sechser-Quintett Rudy, Polanski, Schwegler, Amiri, Strobl. Wer von ihnen spielt? Setzt Stevens überhaupt auf eine Doppel-Sechs oder spielt mit einer einzigen?

normal_ug051_2945_081114Im Sturm wäre Volland vermutlich gesetzt, darf aber nach der fünften gelben Karte nicht auflaufen. So dass völlig unklar ist, wer da offensiv unterwegs sein wird. Wahrscheinlich Vargas, aber nicht in der Mitte, wo ein echter Mittelstürmer zu erwarten ist. Aber auch bei dieser Personalie ist alles möglich: Kuranyi, Uth oder Szalai. Ach ja, Schmid dürfte ebenfalls zu erwarten sein, wenn sein lädierter Knöchel es zulässt. Aber wo? Auf dem Flügel, zentral hinter der Spitze?

normal_ug083_3190_081114Und sonst? Vielleicht erleben wir wieder mal Elyounoussi. Oder Ochs. Oder, oder, oder… Für den FC, der sich auf eine Hoffenheimer Wundertüte vorbereiten muss, wird es spannend, noch spannender aber für uns, die Fans der TSG. Auch wenn klar sein sollte, dass Huub Stevens vielleicht nicht gleich Wunderdinge bewirken kann. Andererseits, warum eigentlich nicht? Wenn die vielen guten Spieler, die wir haben, neu sortiert und neu motiviert an den Start gehen, ist vieles möglich. Schauen wir es uns an, am besten vorort… Also, auf geht’s, Huub und Hoffe!

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Fotos: Uwe Grün, Kraichgaufoto

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