Zu Gast in Augsburg

Zwei Pünktchen hat die TSG bislang auf dem Saisonkonto, aber Augsburg hat auch nicht viel mehr, gerade mal vier. Das ist für beide Vereine alles andere als zufriedenstellend, wobei Augsburg auch noch unter europäischer Flagge fährt und sich gewiss mehr Performance erwartet hat.

Kommt hinzu, dass die Fuggerstädter außer den Bayern bislang kein Schwergewicht vor der Brust hatten und zwei schmerzhafte Heimniederlagen verzeichnen mussten: Hertha und Ingolstadt holten in Augsburg drei Punkte. Der einzige Heimsieg gelang gegen Hannover, den aktuellen Tabellenletzten. Es läuft also nicht sonderlich gut, so dass ein weiterer Heimsieg gegen die TSG sicher so etwas wie wütende Pflicht ist, besonders nach der heftigen Niederlage gegen die wieder erwachten Gladbacher unter der Woche, wo sich Augsburg in Halbzeit 1 innerhalb der ersten 20 Minuten vier Treffer einfing und selber nur durch zwei Strafstöße in Halbzeit 2 etwas Ergebniskorrektur betreiben konnte.

normal_ug054_2185_230814Hoffenheim dagegen reist in dem wohligen Gefühl an, Dortmund den ersten Punkt der Saison abgetrotzt und über weite Strecken auf Augenhöhe gespielt zu haben. Damit sind die Voraussetzungen für die Partie grundverschieden. Die Gefahr für Hoffenheim liegt folglich darin, den kantigen Fußball und die wilde Entschlossenheit der Hausherren zu unterschätzen. Gefahr droht Augsburg allerdings auch, wenn es unserer Mannschaft nämlich gelingt, früh zu einem Tor, besser mehr zu gelangen – was die Augsburger Truppe in sich zusammenbrechen lassen könnte.

Die Gesamtbilanz zwischen Augsburg und Hoffenheim erstreckt sich über Regionalliga, DFB-Pokal, Zweite und Erste Bundesliga und ist in etwa ausgeglichen. Man  kennt sich. Und weiß, dass Augsburg seit jeher die harte Gangart bevorzugt. In dieser Saison liegt Augsburg bei der Zahl der verübten Fouls sogar auf Platz 1, kann aber auch im Wettbewerb der meisten gelben, roten und gelb-roten Karten den dritten Platz belegen. Kurios ist, dass Augsburg deutlich häufiger aufs Tor schießt, aber bisher viel weniger Eckbälle zugesprochen bekam als Hoffenheim, obwohl auch erheblich mehr Flankenläufe anfielen. Darin liegt ein Hinweis auf mangelnde offensive Präzision.

normal_ug079_2452_230814Beide Mannschaften lieben es nicht, das Spiel zu machen. Bei den Ballkontakten liegen die Werte fast gleichauf, weit hinten im Ligadurchschnitt. Wieder einmal treffen also zwei Kontermannschaften aufeinander, wobei Augsburg zuhause nicht zu defensiv auftreten kann. Trotzdem oder deswegen ist es ungemein schwer, eine Vorahnung für den Ausgang des Spiels zu haben. Die Partie erscheint völlig offen – viel wird davon abhängen, wer es zuerst schafft, den Gegner zu destabilisieren.

normal_ug138_2780_230814Als Hoffenheimer muss man sich darauf einstellen, dass es ein völlig anderes Spiel geben wird als gegen Dortmund. Die elegante Stilistik des BVB fehlt Augsburg, daher werden die Räume lang nicht so offen sein, es wird viel Mann gegen Mann gehen, es wird was auf die Knochen geben, Augsburg wird simulieren, wird Freistöße schinden und sich nach leichten Fouls am Boden wälzen, wird ein frenetisches Publikum hinter sich haben und ein insgesamt harter, zäher Gegner sein.

normal_ug058_2236_230814Trainer Gisdol und seine Mannen werden also gute, stabile Nerven brauchen, um endlich den ersten Dreier der Saison einzufahren. Der Schlüssel für die Partie liegt wohl bei den Kontermöglichkeiten, die sich auf beiden Seiten ergeben werden. Wenn es Hoffenheim gelingt, diese Chancen auf dem Boden der schon sehr viel schlüssigeren Konter gegen Dortmund zu realisieren, steht einem Auswärtssieg wenig entgegen. Auf geht’s, Hoffe!

Zur Unterstützung wurden Informationen herangezogen von:

kicker.de  /  fussballdaten.de  /  ran.de

Fotos: Uwe Grün, Kraichgaufoto

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