BVB reloaded

Gegen den BVB aus Dortmund geht es meistens eng zu. Denn Hoffenheim wächst für gewöhnlich über sich hinaus, wenn die Schwarzgelben auflaufen, bei sieben Siegen für den BVB und immerhin vier für die TSG und fünf Remis. Ob es auch diesmal so kommt? Dortmund reist zumindest als Tabellenführer an, Hoffenheim grüßt aus den unteren Regionen.

Und Dortmund scheint zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Nach der letzten Saison unter Jürgen Klopp, der Seuchensaison, hat Thomas Tuchel den Schwarzgelben als Trainer neues Leben eingehaucht – mit mehr Spielkultur und weniger Laufzwang, mit mehr Ballbesitz und weniger Soldatentum. Spieler, deren Motor vergangene Saison noch stotterte, sind darum über Nacht zu echten Leistungsträgern herangereift: Aubameyang, Mkhitarian, selbst Hummels spielt wieder guten Fußball.

normal_ug108_3295_020515Also – das wird nicht leicht für unsere Mannschaft, die weiter um ihre Form ringt und maximal verunsichert ist. Noch ist der Schlüssel nicht gefunden, der ins Schloss dieses stark veränderten Teams passt. Da erscheint es unmöglich, dass ausgerechnet gegen den wiedererstarkten BVB der Turnaround gelingt.

Ist das wirklich so? Muss man mit einer krachenden Niederlage rechnen? Ausschließen sollte man das nicht – und sich innerlich vorsichtig darauf vorbereiten, damit es einem nicht das Herz bricht. Aber es kann auch ganz anders kommen. Zum einen ziehen gute Gegner unsere Mannschaft immer schon auf ein höheres Niveau. Und zum anderen war beim BVB am Wochenende der Ausbruch einer alten, für den BVB typischen Krankheit zu beobachten: Arroganz…

normal_ug022_2625_020515Nach starkem Beginn gegen Leverkusen, aber nur mit einem Törchen vorn liegend, erging der BVB sich zunehmend in selbstgefälligen Tricks und Spielereien. Etliche gute Ansätze zu Torchancen wurden vertändelt. Hätte Leverkusen in dieser Phase zugefasst und sich nicht weiter selbst betrauert, wäre mehr drin gewesen.

Für Hoffenheim könnte hier die Chance liegen. Sollte Dortmund in Führung gehen, muss man den Abstand klein halten und genau darauf warten, dass die Dortmunder Selbstgefälligkeit einsetzt. Dann müsste man zustechen, am besten zweimal kurz hintereinander, und die schwarzgelbe Herrlichkeit in tiefe Unsicherheit stürzen. Okay, das klingt ein bisschen geträumt – aber es wäre halt zu schön. Und unmöglich ist es nicht. Gerade gegen große Gegner gelingt manchmal der Umbruch.

normal_ug108_3295_020515Statistisch ist das alles viel nüchterner zu sehen. Dortmund und Hoffenheim trennen nach nur fünf Ligaspielen schon Welten bei Zweikämpfen, Torschüssen und Ballkontakten. Und natürlich nach Punkten… Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Gerade gegen den BVB, der dringend mal auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt werden dürfte. Gern doch von uns, egal wie schwach wir in die Saison gestartet sind. Oder?

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Fotos: Uwe Grün, Kraichgaufoto

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Alexander H. Gusovius