Gefühlt hat die TSG gegen Leverkusen immer nur verloren und dabei jedesmal jede Menge Tore eingeschenkt bekommen, auch wenn das nicht stimmt. Zweimal hat die TSG nämlich gewonnen, einmal daheim im legendären Pokal-Achtelfinale 2003 mit Herdlings entscheidendem Tor, einmal 2014 in Leverkusen als Revanche für das noch legendärere Phantomtor. Und einmal, 2010 in Sinsheim, gab’s ein Unentschieden.

Sonst jedoch, und zwar geschlagene zwölf Mal, ging Bayer aus den Begegnungen siegreich hervor. Nicht ganz selten kam es zu Spielergebnissen mit vielen Leverkusener Toren, aber in der Mehrzahl unterlag Hoffenheim knapp oder sogar denkbar knapp. Trotzdem ist Leverkusen so etwas wie unser Angstgegner, der regelmäßig Grenzen aufzuzeigen vermag.

normal_ug039_1316_171214Nach der Pokalpleite bei den Sechz’gern ist es nicht unwahrscheinlich, dass es diesmal wieder so kommt. Anders als Hoffenheim hat Leverkusen keinen großen personellen Umbruch zu verzeichnen, und der Pokalauftakt gegen die Sportfreunde Lotte geriet standesgemäß, wobei zwei der drei Leverkusener Tore durch Strafstöße zustande kamen. Umgekehrt sucht die TSG noch nach ihrer Form, nach ihrer Struktur – und nach ihrer Spielweise.

Wenn das Hoffenheimer Spiel noch einmal so unkoordiniert läuft bzw. nicht läuft wie am Familientag gegen Bournemouth und im Pokal in München, könnte der Bundesligaauftakt in Leverkusen sogar heikel werden. Oliver Baumann unkte nach dem Pokal-Aus schon, dass man bei ähnlichen Auftritten in der Liga deutlich höher verlieren werde – und ein mächtig angefressener Niklas Süle warnte, dass man auf diese Weise dem Abstieg entgegensehe.

Nun, so arg muss man das fehlende Eingespieltsein unserer Mannschaft sicher nicht interpretieren. Mag sein, dass es ein paar Spiele braucht, bis die alten und neuen Spieler zueinanderfinden, bis die Mannschaft wieder ein Gesicht hat und weiß, was sie kann und was sie lieber unterlässt, aber dass ihre unübersehbare Orientierungslosigkeit zu Saisonbeginn durch die ganze Saison anhält, ist bestimmt nicht zu erwarten. Am besten überrascht sie sich und die Fans gleich in Leverkusen mit ansehnlichen Kombinationen und einer mannschaftlichen Geschlossenheit, die danach auch das erste Heimspiel gegen die Bayern erträglich macht.

normal_ug077_1534_171214Dass es gleich auch zu einer Punktmitnahme in Leverkusen reichen könnte, gehört wohl in den Bereich von Wunschträumen – das muss man leider sagen. Realistisch gesehen braucht der tiefgreifende personelle Umbruch Zeit und Wettkampferfahrung. Gegen die ballsicheren und technisch versierten Leverkusener dürfte es vor allem darauf ankommen, an Sicherheit zuzulegen und nicht unter die Räder zu kommen. Wenn das gelingt, dürfen wir zufrieden sein!
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Fotos: Uwe Grün, Kraichgaufoto

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Alexander H. Gusovius