Exklusiver Vorabdruck aus: „111 Gründe, 1899 Hoffenheim zu lieben“

In gut zwei Wochen, pünktlich zur Saisoneröffnung samt Familientag, erscheint das neue Buch über unsere TSG: „111 Gründe, 1899 Hoffenheim zu lieben“. Das Buch hat 248 Seiten, erscheint im Verlag „Schwarzkopf & Schwarzkopf“ und kostet 9,99 €. Vorbestellen kann man es auf www.1899.me.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack, exklusiv auf dem Hoffenheimblog.

  1. Grund

Weil unser Stadionsprecher in der Not auch außerhalb des Spielfeldes Format beweist

Am 11. April 2009 kam es in der ersten Bundesliga-Saison von 1899 Hoffenheim zum Rückspiel gegen den VfL Bochum, das mit 0:3 verloren ging. Torschütze war jedesmal Stanislav Sestak. Außerdem zog Schiri Rafati zwei rote Karten gegen die TSG, gegen Carlos Eduardo und Daniel Haas im Tor, einmal wegen Tätlichkeit, einmal wegen einer Notbremse.

So unglücklich dieser Spieltag auch verlief, für Mike Diehl bleibt er aus ganz anderen Gründen in fester Erinnerung. Denn seit dem Morgen plagt er sich mit Problemen im Magen und angrenzenden Regionen herum, was leider auch nach dem Anpfiff des Spiels nicht besser wird und sich irgendwann derart reizbar auswächst, dass nichts anderes übrig bleibt, als dem bedrängenden Ruf der entzündeten Organe zu folgen.

Mike Diehl weiß natürlich, dass er beim fluchtartigen Verlassen des Spielfeldrands trotz der kurz bevorstehenden Halbzeitpause sicherheitshalber besser in Kontakt mit der Regie bleibt, was per Funk nur im weiter entfernten Bereich der Greenkeeper gelingen kann – im näher gelegenen Hintertribünenbereich der Presse reißt der Funkkontakt erfahrungsgemäß ab. Der längere Weg kostet wertvolle Zeit, die Mike Diehl eigentlich nicht hat, aber Pflicht ist Pflicht. Und tatsächlich: Kaum hat er den rettenden Hafen erreicht, wird die Stille des Örtchens von anschwellendem Lärm auf den Rängen überspült. Und kurz darauf hört er die Regie über seinen Knopf im Ohr „Mike, Mike! Was ist los, Tor für Bochum“, rufen.

Mike II„Wer, welche Minute?“ fragt Mike Diehl geistesgegenwärtig übers umgehängte Mikro zurück. Er bekommt die Information, und ohne dass irgendwer im Stadion und auf den Rängen ahnt, woher die Stimme zu ihnen dringt, verkündet er von jenem einsamen Ort aus, wohin ihn die schiere Not gezwungen hat: „42. Minute, Tor für Bochum, Torschütze Sestak.“

  1. Grund

Weil unser Stadionsprecher Bruno Labbadia aus der Schulzeit kennt

Es war bei einem Heimspiel gegen Werder Bremen. Die Mannschaften stehen fertig zum Einlaufen, Mike Diehl ist bereit, die Partie anzusagen. Da vibriert es in seiner Tasche, auf dem Handy-Display erscheint eine SMS von Bruno Labbadia, der einst mit Mike Diehl gemeinsam die Schulbank gedrückt hat.

Man kennt sich gut, man ist sich immer noch nah. Und Bruno Labbadia, zu dieser Zeit Trainer von Bayer Leverkusen, steht mit seiner Werkself neben Hoffenheims heutigem Gegner Bremen ziemlich weit oben in der Tabelle. Der Inhalt der SMS: „Grüß dich, Mike, heute bitte einen Dreier, Grüße aus Leverkusen!“ Verständlich, dass der alte Schulfreund Schützenhilfe von Hoffenheim erbittet, um Bremen hinter sich zu lassen…

Doch jetzt muss Mike Diehl endlich die Mannschaften vorstellen. In Gedanken ist er aber noch halb bei der SMS seines Schulfreundes. Und so sagt er ins Mikro: „Und jetzt begrüßen wir die Mannschaften von Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim.“ Alles lacht um ihn her, Mike Diehl versteht nicht, warum. Bis ihn ein Security-Mann aufklärt, dass er eben statt Werder Bremen die Werkself aus Leverkusen begrüßt hat.

 

Foto:

Kraichgaufoto Uwe Grün

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