Saisonausklang

Nach einer sehr guten Hinrunde und einer verkorksten Rückrunde empfängt 1899 Hoffenheim zum möglichst versöhnlichen Ende die alte Dame aus Berlin. Hertha BSC ist trotz günstiger Spielpaarungen und eines besseren Torverhältnisses nicht ganz frei von Abstiegssorgen, aber weitestgehend gerettet. Hoffenheim wiederum kann nur bei einem Sieg mit mindestens elf Toren Unterschied und einer gleichzeitigen Heimniederlage von Dortmund gegen Bremen noch auf Platz 7 klettern. Kurz gesagt ein Spiel, bei dem es um nichts mehr geht, außer die Hertha verliert mit sechs Toren Unterschied…

Brutal spannend sind die Spiele in Hannover und Paderborn, wo Freiburg und Stuttgart antreten und in direkter Konkurrenz gegen den drohenden Gang in Liga 2 ankämpfen. Doch auch im Norden wird das Schicksal ausgewürfelt – sollte Schalke dort gewinnen, müsste der HSV seine legendäre Uhr anhalten, die ihn als einziges immerwährendes Bundesliga-Mitglied ausweist. Der Abstieg des HSV käme einer Überflutung des Hafens gleich, so viele Tränen würden dort fließen.

normal_ug037_8119_091113Trotzdem ist auch unsere Partie gegen die Hertha nicht ohne Reiz. Denn die TSG kann hier zeigen, was in ihr steckt. Allzu oft ist das in letzter Zeit nicht gelungen, wenn man von der ersten Halbzeit in Leverkusen und den letzten beiden Spielen gegen Dortmund absieht. Für die Mannschaft, für die Fans, auch für die Verantwortlichen wäre ein überzeugender Auftritt extrem wichtig.

Einfach wird es vermutlich nicht. Hertha BSC unter Pal Dardai spielt einen konsequenten Defensiv-Fußball mit zwei Viererketten, die sich nicht leicht nach vorn locken lassen, und verfügt über hohes Konter-Potential. Wenn Hoffenheim es nicht schafft, durch geschicktes Verlagern und rasche Seitenwechsel Räume zu öffnen, dabei gleichzeitig höchste Aufmerksamkeit nach hinten walten zu lassen, kann die Sache schiefgehen.

normal_ug020_7908_091113Wird das Trikot der nächsten Spielzeit uns Flügel verleihen, in dem die TSG am Samstag schon aufläuft? Offenbar gibt es darauf das liga-erste 3-D-Wappen, wovon man aber auf die Entfernung nicht viel sehen wird. Ansonsten scheint das neue Leibchen ein verwegener modischer Vorstoß in einer Art getröpfelter Linien mit roten Bündchen als Abschluss. Dem ersten Eindruck nach wirkt das neue Trikot etwas eigenartig. Aber wer weiß…

Letztlich, sagt uns die Bolzplatzerfahrung, sind die Hemden aber egal, in denen man spielt. Mancher, der von seiner Mama top ausgestattet zum Kicken erschien, hat damals gegen Unterhemden-Heroes kläglich versagt. Sollte die TSG also allzu seltsam gewandet in die nächste Saison gehen, kann sie gegen die Hertha gleich anfangen, Erfolgskapital daraus zu schlagen. Siegertypen sind nicht an ihren Klamotten zu erkennen, soviel ist sicher.

normal_ug058_8319_091113Worauf es ankommt beim zu vermutenden Abschiedsspiel von Roberto Firmino und vielleicht sogar von Kevin Volland, ist das Zurückfinden zu unseren Tugenden, die wir nächste Saison ohne die beiden ganz bestimmt dringend brauchen. Dazu gehört vor allem viel Mut nach vorn. Für TSG-Verhältnisse haben wir einfach zu wenig Tore gesehen in dieser Saison.

Lehnen wir uns aber erstmal zurück und freuen uns auf dieses letzte Spiel. Selbst wenn wir nicht immer zufrieden und völlig glücklich waren, wird uns der TSG-Fußball spätestens nach drei Wochen schrecklich fehlen.

Fotos: Uwe Grün

Zur Unterstützung für diesen Artikel wurden Informationen herangezogen von kicker.de

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