Gesetz der Serie?

Nach dem Gesetz der Serie müsste Hoffenheim in Leverkusen gut spielen. Denn nach schlechten Spielen wie in Frankfurt erwacht die TSG gern aus dem Dornröschenschlaf vermeintlicher Überlegenheit und strengt sich sehr an. Nach dem Gesetz der Serie müsste Hoffenheim in Leverkusen aber auch verlieren, einfach weil das fast immer so war – außer beim letzten Mal. So dass hier eine neue kleine Serie entstehen könnte.

Wie man sieht, sind die Gesetze der Serie immer nur so viel wert wie das, was die Vergangenheit hergibt. Für die Zukunft besagen sie gar nichts, solange man bereit ist, aus den alten Mustern auszubrechen. Das dürfte im Fall Leverkusen allerdings schwer fallen. Zwar schwächelt die Werkself in letzter Zeit und hat ihren dritten Tabellenplatz an Gladbach verloren, aber gerade das dürfte bei Leverkusen zu erhöhter Konzentration und zu gesteigertem Leistungswillen führen. Vor allem weil wir, Gesetz der Serie hin oder her, so etwas wie der Lieblingsgegner von Leverkusen sind, den man zur Not auch mal mit Phantomtoren besiegt.

normal_ug101_1763_171214Erstaunlich ist, dass die Werkself in dieser Saison durch eine gewisse Ruppigkeit auffällt. Auf der Karten-Tabelle von ran.de liegt Leverkusen hinter dem HSV auf Platz 2 und hat doppelt so viele gelb-rote Kartenpunkte eingefahren wie der fairste Verein der Liga, der VfL Wolfsburg. Hoffenheim residiert hier übrigens wie auch spiel-tabellarisch im Mittelfeld, auf Platz 10.

Ach ja, das Mittelfeld… Wie wird die TSG wohl damit fertig, dass der scheinbar fest abonnierte Platz 7 verloren ist? Dass die Euro-Träume platzten, bevor sie richtig reiften? Kann sich Hoffenheim nochmal zu Großtaten aufraffen? Normalerweise ist Leverkusen (s.o.) kein gutes Pflaster dafür, häufig genug hat es dort auch schon heftig gerumst. Wappnen sollte sich die TSG diesbezüglich in jedem Fall, denn nur die Bayern und Wolfsburg schießen häufiger aufs Tor und haben mehr Eckbälle zugesprochen bekommen.

normal_ug034_1228_171214Statistisch von Interesse ist ansonsten nur noch, dass Leverkusen extrem oft ins Abseits läuft und Flanken überwiegend von rechts schlägt. In Sachen Ballkontakte und Zweikämpfe liegen die Werkself und der Dorfklub sehr nah zusammen, was wohl an ähnlichen Spielsystemen liegt: Pressen und Umschalten gehört auch unter dem Bayerkreuz zur ersten Fußballerpflicht. Nur dass Leverkusen damit mehr Erfolg zu haben scheint als die TSG…

Und wie geht das Spiel aus? Wenn man das wüsste, bräuchte man es nicht mehr anzuschauen, doch in diesem Fall fällt die Vorhersage einigermaßen schwer. Beide Teams sind unter ihren Möglichkeiten geblieben, beide haben bittere Pillen schlucken müssen im Laufe der Saison, aber Leverkusen dürfte insgesamt besser gerüstet sein. Wäre da nicht die Unberechenbarkeit der TSG, die manchmal, meist wenn man es am wenigsten erwartet, über sich hinauswächst, diesmal aber auf Roberto Firmino verzichten muss, der nach seiner fünften gelben Karte zum Aussetzen gezwungen ist.

normal_ug039_1316_171214Kommt hinzu, dass Leverkusen ähnlich geringe Aussichten hat, doch noch auf Platz 3 zu springen wie Hoffenheim, falls bei uns wirklich noch auf Platz 7 hin gedacht werden sollte. So gesehen, spricht vieles für ein belangloses Spielchen. Weil jedoch die angeknackste Ehre beider Vereine auch ein Argument ist, kann sich das vermeintliche Graue-Maus-Spiel auch zu einem Spektakel mausern, frei von den üblichen Punkte-Fesseln…

 

Fotos: Uwe Grün

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Alexander H. Gusovius