Hessenschau

Wie wär‘s damit? Wir nehmen die Form vom Dortmund-Spiel mit nach Frankfurt und tüten am Main locker drei Punkte ein! Klingt gut und wäre erhebend. Aber wie wahrscheinlich ist das? Immerhin liegt die Eintracht nur vier Punkte hinter uns. Andererseits ist die Saison für Frankfurt mehr oder weniger vorbei. Ohne Aussicht auf die europäischen Plätze sind die Abstiegsränge ebenfalls keine Option mehr. Erschlaffen davon die hessischen Beine?

normal_ug067__121214Zuletzt ist es bei der Eintracht jedenfalls gar nicht gut gelaufen. Aus sechs Spielen in Folge holten die Hessen gerade mal zwei Punkte. Im selben Zeitraum brachte Hoffenheim es auf acht Zähler. Ohne, das muss man einräumen, deswegen sonderlich erfolgreich gewesen zu sein: Bei sechs Spielen wären maximal achtzehn Punkte Ausbeute möglich gewesen. Woraus man den Schluss ziehen könnte, dass es sich bei der anstehenden Partie um eine Art Schneckentreffen handelt.

normal_ug038__121214Dagegen spricht die ansteigende Form der TSG. Mit der neuen Doppelspitze, bestehend aus Szalai und Modeste, trägt Hoffenheim viel mehr Gefahr in den gegnerischen Strafraum. Vielleicht nicht so viel Gefahr wie Frankfurt mit Alex Meier, der die Torjägerliste mit 19 Treffern anführt, aber der fehlt ja verletzt. Und zwar bis zum Saisonende. Weil sein ärgster Konkurrent Robben in dieser Saison auch nicht mehr antreten wird, könnte Meier am Ende sogar immer noch auf dem Treppchen stehen – es sei denn, das Langerak-Opfer Lewandowski gibt sich als Phantom der Oper die Ehre und erzielt noch mindestens vier Tore.

Zurück zur Gefahr, die Hoffenheim ausstrahlt. In bislang elf Begegnungen hagelte es für Frankfurt sechs Niederlagen bei zwei Siegen und drei Unentschieden. Zuhause hat die Eintracht sogar nur einen einzigen Sieg gegen uns zu verbuchen. Schlechte Aussichten also aus Frankfurter Sicht, auf die man sich bei der TSG aber lieber nicht verlassen sollte. Während die Eintracht, alles in allem, nichts mehr zu verlieren hat und deshalb relativ unbeschwert in die Partie gehen wird, winkt Hoffenheim immer noch die Euro-League. Wozu ein Sieg in Frankfurt aber Pflicht ist… Was die Beine und Köpfe lähmen kann…

normal_ug001_9862_121214Wer ist diese Eintracht eigentlich, nachdem die erfolgreiche Zeit unter Armin Veh in eine nicht erfolglose Phase unter Thomas Schaaf gemündet ist? Erstmal eine raubeinige Truppe, die mit 74 gelben Karten Platz 2 in der entsprechenden Statistik belegt. Zweitens eine Mannschaft, die aus allen Rohren feuert, aber selten trifft, vor allem, seit Alex Meier eben fehlt. Drittens hat sie eine viel ins Abseits rennende Offensive, die fast doppelt so oft über rechts kommt und flankt wie über links. Viertens hat Frankfurt einen exzellenten Torhüter, der mit den drittmeisten Paraden der Liga seine löchrige Abwehr überproportional oft rettet.

normal_ug127_0122_121214Im Vergleich musste Oliver Baumann bislang ca. 20% weniger oft rettend eingreifen. Hoffenheim schlägt auch bei Weitem nicht so viele Flanken wie die Eintracht, weil das Spiel bisher meist durch die Mitte ging. Daran wird auch unsere neue Doppelsturmspitze nichts ändern, aber sie wird möglicherweise erfolgreicher sein. Wobei wir im Hinspiel auch schon drei Tore geschossen haben, mit einem gut aufgelegten Firmino, der die Eintracht in der zweiten Halbzeit fast im Alleingang aus den Angeln hob.

normal_ug084_0390_121214Es war das Spiel, in dem Süle seinen Kreuzbandriss erlitt. Seither fehlt er uns mächtig. Gut zu wissen, dass er inzwischen wieder mit dem Ball trainiert, auch wenn er erst nächste Saison in den Kader zurückkehren kann. Solang werden wir ohne ihn auskommen müssen und hoffentlich bis zum Schluss weiter auf Europa hoffen können – nicht zuletzt deshalb, weil das bedeuten würde, dass Dortmund in der Tabelle immer noch hinter uns läge. Ich finde, letzteres reicht völlig als Motivation für einen Sieg über die Eintracht…

Fotos: Uwe Grün

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