Transformers gegen Rocky Balboa und Ironman

Langweilig sind die Begegnungen mit Gladbach eigentlich nie – oft ja auch mit gutem Ende für die TSG. So wie letzte Saison, als es in Sinsheim am Ende 2:1 stand und Hoffenheim bei den Fohlen ein 2:2 herausholte. Diesmal liegen die Dinge aber vielleicht etwas anders: Gladbach spielt eine richtig gute Saison und hat der TSG im Hinspiel beim 3:1 keine Chance gelassen.

Kann sein, die größte Chance für uns, das Spiel zu gewinnen, liegt darin, dass Gladbach zuletzt die übermächtigen Bayern besiegt hat. Nach solchen Großtaten neigt jede Mannschaft dazu, sich für eine Mischung aus Rocky Balboa und Ironman zu halten und die Bodenhaftung zu verlieren. Schade nur, dass die Sache wegen der Länderspielpause zwei Wochen zurückliegt.

Die Gladbacher Helden könnten sich inzwischen also beruhigt haben und in ihre Konzentration zurückgekehrt sein. Dann muss Hoffenheim eben aus eigener Kraft dafür sorgen, dass die Fohlen aus dem Tritt geraten. Sven Schipplock hat unter der Woche gesagt, dass die Mannschaft wirklich alles abrufen muss, um gegen Gladbach zu gewinnen. Recht hat er.

normal_ug106_7673_150913Zwar sind die Gladbacher in dieser Saison eher minimalistisch auf den dritten Tabellenplatz gelangt und haben bislang nur 37 Tore geschossen, aber ihre Abwehr liegt mit 20 kassierten Treffern auf dem zweiten Platz. Das allein spricht schon für eine hohe Geschlossenheit bei den Fohlen, die man aber auch fast mit Händen greifen kann, wenn man ihre Spiele anschaut: Gladbach tritt als Gesamtkörper auf, die Mannschaft agiert wie aus einem Guss, weshalb sie auch knappe Ergebnisse ins Ziel bringen kann.

Trotzdem, zaubern geht anders. Oft genug ist bei Gladbach ein gewisser Dusel mit von der Partie gewesen, wenn die Mannschaft ganze Halbzeiten lang regelrecht abtauchte, während Hoffenheim sich des Öfteren etwas ungeschickt angestellt und unnötig Punkte gelassen hat. Die Differenz von vier Plätzen und zehn Punkten in der Tabelle relativiert sich dadurch etwas, hat aber insofern doch wieder Gewicht, als Gladbach das insgesamt schlüssigere Konzept zu haben scheint und taktisch geschickter agiert als die TSG.

Gladbach spielt einen sehr wendigen, fast eleganten Fußball, mit mehr Ballbesitz und viel weniger Fouls als Hoffenheim. Gladbach geht auch viel seltener in Zweikämpfe als Hoffenheim, gewinnt sie dafür aber häufiger. Die statistischen Daten untermauern einerseits die erkennbare Gladbacher Geschlossenheit und andererseits jene gewisse Konfusion, in die Hoffenheim ab und zu gerät.

normal_ug035_6953_150913Alles in allem wäre es gefährlich, sich darauf zu verlassen, dass Gladbach auswärts noch nie gegen die TSG gewinnen konnte und bei den Duellen in Liga 1 und 2 überhaupt nur dreimal als Sieger vom Platz ging, während Hoffenheim schon siebenmal gewinnen konnte und es ebenfalls siebenmal zu einem Remis kam. Um gegen Gladbach zu gewinnen, muss diesmal alles gelingen und vieles passen.

Unmöglich ist das nicht. Wenn es Hoffenheim gelingt, die taktischen Fesseln abzulegen und sich in den offenen Fight begibt, wenn die TSG wie Fußball-Transformers aus der gebundenen in die freie Spielform übergeht, dann kann der sich ergebende Schlagabtausch nicht nur ein berauschendes Fußballfest werden, sondern auch mit drei Punkten für Hoffenheim enden.

Die Frage ist nur, mit welcher Mannschaft die TSG antreten wird bzw. kann. Die Liste von Verletzten, Kranken, Gesperrten und Fraglichen ist lang, sehr lang… Oder ist diese Liste nur eine List? Besser gesagt ein Bluff, wie manche meinen, mit dem Markus Gisdol den Gegner verwirren will? Wir werden es sehen…

Fotos: Uwe Grün

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Alexander H. Gusovius