Waterkant in Sinse

Die Hanseaten kommen – und wollen nach dem 0:0 gegen Dortmund auch gegen Hoffenheim etwas reißen. Umso mehr, weil die Hamburger Abstiegskonkurrenten Freiburg und Stuttgart jeweils ein schweres Spiel vor der Brust haben mit wenig Aussicht auf Erfolg: Stuttgart empfängt Leverkusen, Freiburg tritt in Wolfsburg an.

Da würden drei Punkte in Sinsheim die hanseatischen Herzen ähnlich erwärmen wie Pinkel mit Grünkohl. Denn der Abstand auf die Abstiegsplätze wäre dann fast schon komfortabel. Allerdings liegt der einzige Sieg, den der HSV in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena bislang hinbekommen hat, knapp zwei Jahre zurück. Im Jahr 2011 gab es auch mal ein mickriges Remis zu feiern, ansonsten hieß es für Hamburg in Sinsheim immer: Anreisen, verlieren, abreisen.

normal_ug078_4164_010214Gut zu wissen – und wirklich stärker geworden ist der HSV seither ja auch nicht. Aber Hoffenheim sollte sich lieber auf keinen Selbstläufer einrichten und nicht mal im Ansatz meinen, nach der Niederlage auf Schalke wären die nächsten beiden Spiele gegen Hamburg und Paderborn sozusagen natürliche Punktequellen. Auf solche kleinen Überheblichkeiten wartet der HSV ja nur, sowas geht gerne schief.

Doch es gibt noch mehr, worauf man sich einrichten muss, wenn Zinnbauer und seine Nordmänner bei uns aufschlagen. Zum Beispiel auf eine immer ruppigere Gangart, je näher das Saisonende kommt. Oder darauf, dass Hamburg nur selten aufs Tor schießt und mit Abstand am seltensten trifft in der Liga. Grad mal 16 Törchen hat der HSV bisher erzielt, liegt aber drei bzw. fünf Punkte vor Freiburg und Stuttgart, die jeweils 24 Tore verbuchen.

normal_ug027_3790_010214Das lässt bloß einen Schluss zu: Hamburg sucht sein Glück nur dann in der Vorwärtsbewegung, wenn eine Chancen-Windstärke von mindestens 6-8 anliegt und der Gegner in großer Gefahr ist, im großen Wellengang abzusaufen. Flaut der Wind ab, igelt sich Hamburg wie bei Großen Fluten lieber hinter hohen Deichen ab. Der HSV hat deshalb wohl auch den niedrigsten Abseitswert der Liga. Wer selten die Nase aus dem Friesennerz steckt, kann auch nur selten zurückgepfiffen werden.

normal_ug063_4072_010214Bei im Schnitt vier Eckstößen pro Spiel werden die meisten Hamburger Ecken von links getreten, von wo auch die meisten Flanken kommen: Kim dürfte also etwas entlastet, Beck wieder viel gefragt sein. Die Hamburger Defensive selbst scheint übrigens gar nicht so leicht zu überwinden sein. Auf Platz 15 der Tabelle stehend, hat der HSV mit 33 Gegentoren fünf weniger Buden kassiert als Hoffenheim auf Platz 7. Das ist doch ein bisschen überraschend. Rein nach Gegentoren gerechnet läge Hamburg auf Platz 9!

normal_ug019_0923_010214Alles in allem scheint es ein schwerer Gang zu werden. Der HSV kämpft mit allem, was er hat, ums Überleben, während Hoffenheim wieder mit dem Fernglas nach oben schaut und viel Spielfreude braucht, um sich angemessen zu motivieren. Vielleicht wäre das der Moment, es mal mit zwei zentralen Stürmern und einem Flankenfeuerwerk zu probieren.

Fotos: Uwe Grün

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