Wieder im Viertelfinale

Mit dem Sieg in Aalen steht Hoffenheim im DFB-Pokal-Viertelfinale. Siebenmal ist das bisher schon geglückt, weiter ging’s nie. Das kann aber nicht ewig so bleiben, oder? Irgendwann muss es einfach klappen! Warum dann nicht in dieser Saison? Ja bitte, liebe TSG, lass uns wenigstens Halbfinalfieber spüren, quasi zur Belohnung für all das elende Grippefieber in diesem Winter.

Gut, der Auftritt in Aalen geriet nicht völlig überzeugend, manche Unsicherheit und Planlosigkeit der letzten Spiele war auch gegen den Zweitligisten unübersehbar. Der TSG-Trend der letzten Spiele geht jedoch dahin, sich in den Gegner hineinzufinden und ihn, wenn er die anfängliche Hoffenheimer Unstrukturiertheit nicht zu nutzen vermag, in den Griff zu bekommen. Je schneller das in Zukunft gelingt, desto effizienter wird Hoffenheim sein.

Überhaupt ist Hoffenheim eine ganz und gar eigenwillige Truppe. Mal Chaos, mal Champions-League-Ansätze, mal Flickwerk, mal glanzvolle Auftritte, fast immer jede Menge Drama und viele Szenen, die einem mal das Blut in den Adern gefrieren, mal kochen lassen vor Begeisterung, je nachdem. Der logische Versuch, Ordnung in die talentierte Unordnung zu bringen, hat in dieser Saison einiges an Spektakel weggenommen, ohne es durch echte Solidität oder Souveränität zu ersetzen.

VfR Aalen - 1899 HoffenheimGegenwärtig scheint die Mannschaft darum bemüht, eine eigene Linie zu finden, allen voran Kevin Volland, der das Spiel offensiv zunehmend in die Hand nimmt und seither auch wieder trifft. Und so geht die Mannschaft wie in Aalen jede Partie offen an, sucht nach ihrem Rhythmus, nach ihren Chancen und verlässt sich auf keine feststehende Überzeugung. Vielleicht wackelt es deshalb anfangs immer so sehr.

Auch Aalen hätte fast Profit daraus gezogen. Trotzdem schien Hoffenheim nie in Gefahr, unter die Räder zu geraten bzw. völlig von jenem Pokal-Sog erfasst werden zu können, der die Großen den Kleinen zum Fraß vorwirft. Die TSG war im Aalener Strafraum einfach zu präsent, von Anfang an, um wirklich auf die Verliererstraße geraten zu können. Aber sie war auch nicht strukturiert genug, um in Aalen einen hohen Sieg zu landen.

VfR Aalen - 1899 HoffenheimVor dem Spiel war Eugen Polanski auf dem Rasen gestanden, hatte mit leicht geblähten Nasenflügeln konzentriert-versunken umhergeschaut, um den Ort und den Gegner förmlich zu erschnuppern – ein Sinnbild für die TSG der Rückrunde, die sich die Gegner zurechtzulegen versucht. Kein Wunder war es auch Polanski, der den Führungstreffer erzielte, neben Volland ist er der zweite Willensträger der TSG. Wie schon gegen Mainz kam er im entscheidenden Moment herangerauscht, um einen leicht abgefälschten Ball aufzunehmen und zu verwerten.

Beim zweiten Tor für Hoffenheim, von Volland erzielt, wurde Schweglers Anteil am Weiterkommen im Pokal deutlich. Denn bevor Volland halbrechts in Szene gesetzt werden konnte, musste erstmal jemand die oft allzu große Lücke zwischen Mittelfeld und Angriff überwinden. Wie auch in anderen Fällen war das eben Schwegler, der immer mehr zum entscheidenden Motor hinter Firmino zu werden scheint.

Also alles gut – und am Samstag auf Schalke. Die Knappen sind momentan etwas verunsichert, so dass für unsere Mannschaft, wenn sie bei sich bleibt, durchaus ein Punkt oder mehr zu holen sein wird.

Fotos: dpa

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