In Aalen

In Aalen

Was soll man tun in Aalen? Sich aalen, was sonst, und zwar in Siegen! In Siegen, nicht in Aalen? Nein, nicht Siegen, Aalen! Wie jetzt, nicht siegen, im Ernst? Doch, aber in Aalen! Okay, die Fastnacht ist lange vorbei, lassen wir die müden Scherze. Worum es geht, ist zu gewinnen und die nächste Runde des DFB-Pokals erreichen. Und an den 7. Oktober 2011 zu denken, als die TSG mal zu einem Freundschaftsspiel in Aalen antrat und es mit 4:2 gewann. Da war sogar noch Compper dabei, egal. Viel wichtiger: sogar schon Niklas Süle, der jetzt seinen Kreuzbandriss auskuriert…

Freundschaftsspiel - VfR Aalen vs. TSG 1899 HoffenheimSoll hinterher keiner was sagen von irgendwelchen Gesetzen, die sich der Pokal selber schreibt. Soll keiner sagen, Aalen hätte ja nichts zu verlieren gehabt, hätte frei aufspielen können und wäre irgendwie über sich hinausgewachsen… Das ist schließlich ein Traumlos! Einen potentiellen Absteiger der Zweiten Liga als Achtelfinalgegner im Pokal zu bekommen, ist so wie bei der WM, wenn Deutschland nach der Gruppenphase gegen, sagen wir: Kasachstan antreten muss. AUSSCHEIDEN AUSGESCHLOSSEN! Hiermit erklärt der Hoffenheimblog das Weiterkommen zur Pflicht.

Jetzt ist es natürlich nicht so, dass die ganze Fußballwelt darauf wartet, was der Hoffenheimblog beschließt oder erklärt. Demzufolge werden die (hoffentlich nur!) 90 Minuten am Dienstagabend trotz allem spannend sein. Weil man eben nie wissen kann, was alles passiert. Vor allem nicht bei einem Gegner, den man nicht auf dem Radar hat. Fragen wir also die Statistik, was Aalen so treibt, dass im Moment nicht mehr als der vorletzte Platz der 2. Liga dabei herausspringt. Beruhigend ist erstmal, dass die Mannschaft ausgesprochen fair zu spielen scheint. In der entsprechenden Statistik der 2. Liga liegt sie zwar im oberen Drittel, hat aber für ihre Fouls die wenigsten gelben Karten von allen bekommen. Für ein Team im Abstiegskampf ist das bemerkenswert.

Aalen schießt nicht allzu häufig Richtung Tor, im Schnitt zehn bis elf Mal pro Spiel, wobei nur jeder dritte Schuss als echter Torschuss gewertet werden kann, wovon wiederum nur knapp jeder fünfte auch über die Torlinie gelangt – das soll uns alles recht sein. Defensiv spielt Aalen deshalb aber nicht: Ginge es beim Fußball um die Anzahl der getretenen Eckbälle, würde die Mannschaft im oberen Drittel der Tabelle rangieren, was auch die Zahl der Flanken erweist, die allerdings ohne viel Ballbesitz zustande kommen.

Freundschaftsspiel - VfR Aalen vs. TSG 1899 HoffenheimZusammengenommen sucht Aalen sein Glück in schnellen Angriffen nach Balleroberung, findet es aber nur selten. Und wie sieht es defensiv aus? Was die Zahl der kassierten Treffer anbelangt, steht die Mannschaft gar nicht übel da, sie weist diesbezüglich einen Liga-Mittelwert aus. Was so viel heißt wie, dass Hoffenheim gewarnt sein muss: Überwindet die Mannschaft ihre Schussschwäche, ist sie durchaus imstande, eine Führung hartnäckig zu verteidigen.

Trotzdem – wäre das Los auf Leverkusen, Wolfsburg oder die Bayern gefallen, wäre die Aufgabe eine andere und das Weiterkommen sicher auch ein bisschen abhängig vom Glück. So jedoch darf das Glück keine Rolle spielen. Hoffenheim muss sich nur an seine Tugenden gegen Mainz erinnern, als in Halbzeit 2 richtiger TSG-Fußball gespielt wurde. Dann klappt’s auch mit dem Siegen in Aalen!

Fotos: dpa

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