Was geht jetzt in Freiburg?

Auf nach Freiburg! Den Schwung mitnehmen und gleich nochmal gewinnen! Unmöglich ist das sicher nicht. Hoffenheim muss nur so konzentriert zur Sache gehen wie zuletzt – und dazu noch spielerisch überzeugen… Etwas störend ist, dass der SC in den ersten vier Spielen der Rückrunde bereits so viele Siege verbucht hat wie in der gesamten Hinrunde, nämlich zwei, und sich damit wackerer geschlagen hat als die TSG.

Oder ist damit das Potential erschöpft? Eher nicht – die schmalen Ergebnisse der Hinrunde haben die Freiburger Qualitäten eher vernebelt als offen gelegt. Was umgekehrt natürlich auch auf den Start der TSG in die Rückrunde zutrifft. Also alles offen im badischen Geschwister-Duell? In jedem Fall ist es besser, man nimmt die Partie ernst und rechnet auch mit dem Heimspielschub – unsere badischen Verwandten sind um einiges hysterischer als die Fans der TSG.

normal_ug054_1592_230914Aber wo liegen nun die jeweiligen Stärken? Zugunsten der TSG spricht, dass sie die besseren Spieler hat, die über mehr technische Möglichkeiten verfügen. Nur dass es mit der Umsetzung zuletzt etwas haperte. Die Entwicklung der Mannschaft von einer reinen Kontermannschaft hin zu mehr Ballbesitz und Spielgestaltung ist in eine Art Niemandsland geraten, wo weder das eine noch das andere so richtig greift.

normal_ug027_1338_230914Die Freiburger Vorzüge sind eine enorme mannschaftliche Geschlossenheit, der kollektive Laufwille trägt über 90 Minuten. Das primäre Ziel der Freiburger besteht darin, das Spiel des Gegners zu zerstören und nebenher zu schauen, ob sich hier und da nicht Gelegenheit bietet, selber mal ein Tor zu erzielen und damit vielleicht zu drei Punkten zu kommen. Das ist der Grund dafür, dass Freiburg signifikant seltener aufs Tor schießt als Hoffenheim – und den eigenen Torhüter viel häufiger zu Paraden zwingt.

normal_ug063_1684_230914Im direkten Vergleich zeigt sich, dass Freiburg deutlich seltener Foul spielt, aber im gleichen Maße seltener gefoult wird. Das ist also kein Hinweis auf Fairness, sondern spricht für eine grundsätzlich verhaltene, risikoarme Spielweise. Nichts anbrennen lassen, lautet die SC-Devise. Hinhalten, stören, lauern. Den Gegner lähmen, zur Verzweiflung und zu Fehlern bringen. Viel Geduld ist angesagt, wenn man im Breisgau etwas erreichen will.

Bei der Zahl der Ballkontakte und dem Anteil an Ballbesitz liegen Freiburg und Hoffenheim in dieser Saison bislang Kopf an Kopf. Wenn es in die Zweikämpfe geht, die Freiburg (s.o.) eher meidet, erweist sich Hoffenheim als klar überlegen. Es könnte daher sein, dass die TSG in diesem Spiel mehr auf ihre zwar vorhandene, aber oft nicht ganz überzeugend dargebotene Spielkultur zurückgreifen muss, um den SC in Bedrängnis zu bringen.

normal_ug014_1235_230914Man müsste schon Helm-Peter sein, um sich zu einer klaren Prognose durchzuringen: „Jou, kloar, die Jungs von Streich laufen jo wie die Bekloppten, obar gegen so oinen Hering wie Rudy büschu machtlos, der flutscht auch in Freiburch durch. Oins zu droi.“

Fotos: Uwe Grün

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