Fantomas zurück in Sinsheim

Das dritte Flutlichtspiel hintereinander. Eines haben wir verloren, eines gewonnen. Am besten gewinnen wir am Mittwoch gleich nochmal. Vor allem gegen Fantomas, ähm, Leverkusen. Und das aus vielerlei Gründen. Aber besonders aus Phantomtorgründen…

Man muss darauf zurückkommen, es geht nicht anders. Mag ja sein, dass Markus Gisdol beim Rückspiel letzte Saison Kießling versichert hat, dass man ihm nichts nachträgt – er könne schließlich nichts für dieses blöde Loch-im-Außennetz-Tor. Mag auch sein, dass die baldige Einführung des „hawk eye“, also des Videobeweises für ehrenwerte Treffer, von diesem Un-Tor entscheidend vorangebracht wurde. Mag sogar sein, dass Kießling ein netter Kerl ist, der es nicht verdient, dass Löw ihn nicht in die Nationalmannschaft beruft.

normal_ug133_8056_181013Das ist alles möglich. Nur hätte Leverkusen einem Wiederholungsspiel zustimmen sollen, und zwar einem ganzen – statt nur die Wiederholung der läppischen letzten 20 Minuten anzubieten. Als Rudi Völler das tat, wusste er ganz genau, dass der DFB so etwas niemals zulassen würde. Überhaupt war die ganze Art, in der Leverkusen die drei Punkte damals nachträglich absicherte, irgendwie unfein. So ein bisschen die Methode Schwan: unten hektisch treten und rudern, obenrum elegant und perlweiß übers Wasser segeln.

normal_ug107_7713_181013Na gut, dann ist jetzt eben Wiederholungsspiel. Aber wer weiß, ob Leverkusen damit vor gut einem Jahr nicht besser gefahren wäre. Die Punktehabgier, die da sichtbar wurde, brachte jedenfalls wenig Glück, in der Rückrunde knickte die Phantomelf gewaltig ein. Wie diesmal in der Hinrunde, nachdem es anfangs oberprächtig gelaufen war. Auch gegen Gladbach war letzten Sonntag nur phasenweise Glanz in der Bayer-Hütte.

Vor allem war zu sehen, dass man die Leverkusener keinen Druck aufbauen lassen darf. Sonst spielen sie jede Defensive schwindlig und feuern auch Präzisionsgeschosse aus der Ferne ab. Gladbach hatte anfangs viel zu einseitig auf Konter gesetzt, massiv hinten dicht gemacht – und wäre um ein Haar untergegangen. Als die Fohlen nach ihrem glücklichen Ausgleichstreffer dann aber mal weiter vorn auf der Spielwiese grasten, brachten sie die Phantomelf gehörig aus dem Tritt.

normal_ug119_7849_181013Fantomas glänzt vorn und wackelt hinten. Hoffenheim muss den Siegeswillen aus dem Spiel gegen Frankfurt also beibehalten und mutig angreifen, damit reißt sie der Phantomelf am ehesten die Maske vom Gesicht. Geht Fantomas trotzdem in Führung, darf man nicht verzweifeln. Es ist jederzeit möglich, ins Spiel zurückzufinden. Auch gegen den Verein, gegen den wir bisher am häufigsten verloren haben.

normal_ug115_7817_181013Aber wir haben Bayer Leverkusen auch schon besiegt, zweimal, und es war jedesmal ein besonderer Moment. Das erste Mal am 2.12.2003, vor elf Jahren, als die TSG den Bundesligisten als Regionalligist aus dem Pokal warf, mit dem entscheidenden Tot von Kai Herdling. Und dieses Frühjahr, beim Rückspiel in Leverkusen. Weil aller guten Dinge aber drei sind und Weihnachten vor der Tür steht und Hoffenheim sich gern auch mal selbst beschenken darf, kann es nur heißen: Mach‘s noch einmal, TSG!

Fotos: Uwe Grün

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Alexander H. Gusovius