Vorschau Hoffenheim-Hannover

Hoffenheim wird gegen Hannover gewinnen. Sagt jeder, denkt jeder, wünscht sich jeder. Mit Recht, oder? Letzte Saison gab es schließlich gleich zwei Siege gegen die 96er, die noch nie auswärts gegen uns siegen konnten. Und haben wir gegen Hannover nicht die meisten Tore überhaupt geschossen? 12 Duelle gab’s bislang, davon hat die TSG sieben gewonnen und drei verloren. Die restlichen zwei gingen logischerweise remis aus. Das Gesamt-Torverhältnis beläuft sich auf sagenhafte 25:13!

Also alles klar. Wir schießen die Niedersachsen schnell noch so taub, dass ihnen auch ihr Kind nicht mehr helfen kann – und dann richten wir in der Tabelle den Blick wieder nach oben. War doch schön da! Ja, neben Gladbach, Wolfsburg und den Bayerns wohnte sich’s angenehm. In der Gesellschaft von Mainz, Augsburg und Paderborn fühlen wir uns jetzt lang nicht so wohl. Da kommt Hannover 96 gerade recht. Die Schwachmaten von der Leine sind das Trampolin, das uns in den Liga-Himmel zurück katapultiert.

Wo stehen die blassen 96er eigentlich? Keine Ahnung, irgendwo im Niemandsland. Okay, mal nachschauen… Ähm, tja, das ist jetzt eigenartig… Haben die wirklich zwei Punkte mehr als wir auf dem Konto? Und liegen auf dem fünften Platz? Verdammt, wie geht das denn! Von Hannover hat man doch noch gar nichts gehört, außer dass es nicht so läuft…

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Dabei haben die sechs Siege zu verzeichnen. Wir nur vier. Zum Ausgleich haben wir fünfmal remis gespielt, Hannover nur einmal. Was heißt, dass Hannover schon fünf Spiele verloren hat, wir dagegen nur drei. Aha! Wenigstens von hinten gesehen bleibt das am Samstag doch eine klare Sache. Auch wenn man sieht, dass die TSG in der Torschuss-Statistik auf Platz 6 und Hannover auf Platz 16 liegt. Und dass wir immerhin sieben Tore mehr erzielt haben…

Hm, beim Ballbesitz ist Hannover wieder vorn. Irgendwas machen die geschickter, zum Beispiel dass sie viel seltener in Zweikämpfe gehen, das dann aber genauso effektiv. Bloß nach vorn scheint es zu hapern, wir kriegen zum Beispiel viel mehr Eckbälle und laufen deutlich öfter ins Abseits, was jetzt kein absolutes Qualitätsmerkmal ist… Trotzdem gewinnt Hannover mehr Spiele – wenn man der Statistik glauben darf, wegen ihrer starken rechten Seite, von der aus die 96er doppelt so oft flanken wie von links. Bei uns ist das Verhältnis ausgeglichen.

Wenn man Hannover knacken will, dann vermutlich da. Rechts muss man sie stoppen, rechts muss man sie überlaufen – also von uns aus gesehen links. Damit käme der Besetzung unserer linken Abwehrseite eine Schlüsselrolle zu. Man würde darum dort gern mal wieder Kim sehen, der schon gegen die Bayern ein bisschen gefehlt hat. Seine dynamischen Flankenläufe und die präzisen, weiten Einwürfe sind regelrechte Waffen.

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Die nächsten offenen Besetzungsfragen betreffen die Doppelsechs und die Sturmmitte. Szalai ist ja gesperrt, der sonst bei Heimspielen den Vorzug erhielt. Darf diesmal Schippo ran, wenn er fit ist? Oder soll Modeste treffen, auch wenn sich unser Abseitskonto dadurch nochmal erhöht? Bei der Doppelsechs herrscht drangvolle Enge. Sollte Kim auflaufen, wird Beck wieder rechts verteidigen, obwohl Strobl seine Sache dort gut gemacht hat. Kann man sich vorstellen, dass Beck auf der Bank sitzt? Erstmal nicht.

Folglich hätten wir mit Strobl und dem genesenen Polanski, mit Rudy und Schwegler, dazu noch mit Vestergaard sage und schreibe fünf Kandidaten für die Doppelsechs. Und was ist mit Salihovic? Mindestens bei Freistößen wird Sali äußerst schmerzhaft vermisst – und er signalisiert, dass er wieder fit ist. Vielleicht kriegt er ja seine Chance, nachdem Elyounoussi noch nicht wieder voll trainieren kann nach einem Schlag auf die Wade.

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Egal wie: Hannover ist leicht zu unterschätzen. Drei Punkte nimmt man nicht im Vorbeigehen mit, so nötig sie sind, um die letzten Niederlagen nicht zu einem echten TSG-November-Blues werden zu lassen. Gut, dass wir am Samstag wieder mehr Sonnenstunden haben – sagen die Meteorologen. Aber was ist so sicher wie Wettervorhersagen? Fußballvorhersagen! Deshalb hilft auch am Samstag nur eines: hingehen, erleben, mitfiebern, anfeuern…

Fotos: Uwe Grün
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Alexander H. Gusovius