Vorschau Bayern – Hoffenheim

Es geht gegen die Bayern. Da scheint es zwecklos, Statistiken zu durchforschen. Klar, dass die Bayern in allen Belangen überlegen sind. Ist die Fahrt nach München deshalb schon aussichtslos? Vermutlich nicht… Aber besonders aussichtsreich eben auch nicht.

Um in München etwas zu reißen, muss man sich schon ein bisschen an die Filmhelden-Devise halten: „Ich habe keine Chance, okay, aber genau die will ich nutzen.“ Verhält es sich wirklich so dramatisch? Nein, schließlich sind die Fußballer der Bayern auch nur Menschen. Hoffenheim war schon öfters nur knapp unterlegen bzw. stand kurz vor einem Sieg Wie beim letzten Aufeinandertreffen im März.

Da hatte Hoffenheim die Bayern mit extrem hohem, konsequentem Pressing überrascht und war in München durch Modeste sogar in Führung gegangen. Dann schlugen die Bayern mit drei Toren innerhalb von acht Minuten brutal zurück, ehe Sali noch vor der Pause den Anschlusstreffer erzielte und Firmino in der 75. Minute zum Unentschieden traf. Tatsächlich wäre es möglich gewesen, das Spiel zu gewinnen.

normal_ug051_1594_021113Aber so ein Unentschieden gegen die Bayern ist ja auch schon was. Regelrecht grämen würde sich wahrscheinlich niemand, wenn es Hoffenheim gelänge, am Samstag einen Punkt zu entführen. Die Voraussetzungen stehen dafür gar nicht so schlecht. Denn die Bayern sind trotz ihres auch in der Tiefe exzellent besetzten Kaders ersatzgeschwächt, während Hoffenheim mit drei Spielern antritt, die nach der Länderspielpause mit besonders breiter Brust auflaufen dürften: Rudy, Volland, Firmino.

Bei den Bayern fehlen Lahm und Alaba, das ist schon ein Aderlass. Kann Schweini wieder spielen? Und ist er dann eine Verstärkung? Auch Müller ist fraglich, während Neuer und Boateng wohl fit sein werden. Was gut ist – schließlich will man ja, wenn es gegen die Bayern geht, nicht gegen eine reine B-Elf antreten.

Freuen darf man sich auf das Fußballwunder Alonso, auf seine strategischen Fähigkeiten und seine atemberaubenden Pässe. Oder sich fürchten vor Robben, Ribéry, Lewandowski und Goetze. Wie man sieht, haben die Bayern immer noch eine erkleckliche Anzahl an Namen aufzubieten. Vor denen man sich trotzdem nicht fürchten sollte.

normal_ug029_1374_021113Doch machen wir uns nichts vor – alles, was mehr ist als eine Niederlage, wäre wunderbar! Die Bayern sind auch der einzige Bundesligist, gegen den Hoffenheim noch nie gewonnen hat. Immerhin vier Unentschieden waren bislang jedoch drin und eben manche denkbar knappe Niederlage.

Also was soll’s: München ruft, Hoffenheim kommt, München will Ballkontrolle, Hoffenheim will stören, München wird mehr Spielanteile haben, Hoffenheim wird öfter kontern. Und genau da liegt der Schlüssel. Wenn Hoffenheim seine Konterchancen am Samstag konsequenter nutzt als bisher, kann das Spiel sogar siegreich enden. Wie gesagt, die Bayern sind auch bloß Menschen – und Rudy, Volland, Firmino und Modeste sind heiß auf das Spiel, richtig heiß…

Fotografie: Uwe Grün

 

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