Vorschau 1899 Hoffenheim-FSV Frankfurt

Die Bilanz der bisherigen Begegnungen zwischen Hoffenheim und dem FSV Frankfurt liefert eher unscharfe Ergebnisse. Grund: die Pokal-Kontrahenten haben noch nie gegeneinander gespielt. Es gibt einfach keine Bilanz.

Die Tabellensituation spricht dagegen Bände. Hoffenheim liegt auf Platz 4 der Ersten Bundesliga, Frankfurt auf Platz 13 der Zweiten. Macht zusammen 26 Plätze Abstand. Da sollte es auch ohne Bilanz klar sein, wer gewinnt. Zumal der FSV eine Woche zuvor sogar Tabellenletzter der Zweiten Bundesliga war…

Sozusagen ein Traumlos! Wäre da nicht das mulmige Gefühl, dass im Pokal vieles möglich ist und die vermeintlichen Underdogs über sich hinauswachsen, wenn es gegen die Spitzenteams geht. Doch – im Vergleich darf man das einmal sagen, gegenüber dem FSV Frankfurt ist 1899 Hoffenheim ein Spitzenteam. Nur dass das, wie gesagt, nicht zur Beruhigung beiträgt.

Noch weniger, wenn man sich das letzte Wochenende anschaut. Da ist der FSV als Tabellenletzter bei den Kleeblättern von Greuther Fürth angetreten, die Platz 7 in der Tabelle belegten. Ebenfalls eine klare Sache, sollte man meinen, aber der FSV siegte mit 5:2… Wie konnte das geschehen?

normal_ug_8848_031212Eine aufmerksame, stabile Defensive, mit der auch Hoffenheim rechnen muss, hatte den Franken unter der Leitung des Ex-Hoffenheimer Trainers Frank Kramer das Leben denkbar schwer gemacht. Zwar gingen sie in Führung, aber mit Vincenzo Grifo hatte auch Frankfurt Hoffenheimer Gene im Programm. Der geborene Pforzheimer, von der TSG an Frankfurt ausgeliehen, schoss Fürth mit drei Toren fast im Alleingang ab, teilweise unter dem Markenzeichen „Tor des Monats“.

Gegen die TSG wird er nun erst recht beweisen wollen, was er wert ist, um recht bald wieder heimkommen und in der Ersten Liga spielen zu dürfen. Und aus gesicherter Defensive wird der FSV wie in Fürth auf Konter und – was sonst auf Grifos Torgefahr setzen. Auch bei seinen Freistößen muss die TSG sich vorsehen.normal_ug052_5027_250813

Was kann Markus Gisdol tun, um seine Erstliga-Ballkünstler angemessen vorzubereiten? Man weiß ja, dass Mannschaften, die auf dem Papier hoch überlegen sind, sich durchaus vornehmen, alles zu geben und den unterklassigen Gegner sehr, sehr ernst zu nehmen. Leider schleicht sich allzu oft dann doch eine gewisse Lässigkeit à la Goliath ein, die der Fußball-David zu nutzen weiß.

Die sicherste Methode, das zu verhindern, ist wohl, selber erstmal defensiv sehr stabil ausgerichtet zu sein. Gut, dass die TSG darauf in letzter Zeit förmlich geeicht ist. Aber Frankfurt wird Hoffenheim nicht den Gefallen tun, selber das Spiel zu machen. Also muss Hoffenheim das Spiel behutsam in die Hand nehmen, könnte aber diesmal auf die langen Bälle verzichten. Und darum mit Schipplock auf der Neun antreten, was das notwendige spielerische Potential im Angriff verstärken würde.

Fürth hat es nicht geschafft, gegen Frankfurt die nötige kreative Energie zu entwickeln. Wenn die TSG es vermeidet, übermütig anzugreifen und in Konter zu laufen, werden die kreativen Köpfe

vorne das Spiel vermutlich entscheiden: Volland, Firmino, vielleicht auch Zuber, der sich nach seiner Leistung letzten Samstag aufdrängen könnte. Der Hoffenheimblog glaubt darum, dass der Pokal diesmal keine eigenen Gesetze schreiben wird. Hoffenheim wird die nächste Runde im Pokal erreichen!

Fotos: Uwe Grün

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Alexander H. Gusovius