Vorschau HSV – Hoffenheim

Der Blick in die Statistik würde für dieses Spiel wenig Verwertbares bringen. Hamburg hat sich neu aufgestellt, Trainer Zinnbauer sorgt einstweilen für frischen Wind. Ob das über den kurzen Luftzug hinausgeht, den Neu-Trainer Thomas Schneider letzte Saison beim VfB entfacht hatte, ist ungewiss. Bislang hat sich der HSV noch jedem Trainer verwehrt, nach wenigen Spielen war der alte Schlendrian wieder da.

Da Zinnbauer aber immer noch keinen regulären Vertrag ausgestellt bekommen hat, ist wenigstens von seiner Seite damit zu rechnen, dass die Hamburger Brise weiter weht. Statistisch würde man aus bisher sieben Spieltagen jedoch einen anderen Eindruck gewinnen, der HSV hätte auf dem Papier kaum eine Chance gegen die TSG.

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Man muss also ein bisschen spekulieren, um ein Gefühl für die anstehende Partie zu bekommen. Die Ausgangslage für den HSV mit dem Auswärtssieg in Dortmund ist aus zwei Gründen erfreulich für Hoffenheim. Zum einen hat Dortmund verloren, was im Kraichgau vorwiegend populär ist, zum anderen könnte sich der HSV dadurch einbilden, alten Glanz zurückgewonnen zu haben. Letzteres würde die immer noch nicht stabile Defensive zu einem gefundenen Fressen für die Hoffenheimer Sturmreihe machen.

Es ist aber eher mit einer Mischform aus anhaltendem Erneuerungsdruck durch Zinnbauer und einer gewissen Hamburger Erleichterung über die drei Punkte beim BVB zu rechnen. Der HSV wird dadurch leichtfertiger agieren als er soll, ohne deshalb leichtsinnig zu sein, wird aber insgesamt leichter zu packen sein, als wenn er zuletzt unentschieden gespielt hätte. Zumal der Anhang des HSV daheim endlich zufriedengestellt werden will und für ungesunden Druck auf die eigene Mannschaft sorgen wird.

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Und Hoffenheim? Ist der TSG der Tabellenstand schon zukopfe gestiegen? Sicher nicht – damit hat man in Zuzenhausen ja so seine Erfahrungen und ist gewarnt. Die Mannschaft weiß, dass sie nicht überdrehen darf. Und Trainer Gisdol und Manager Rosen werden dafür sorgen, dass es dabei bleibt. Die Medien fangen zwar wieder an, Hoffenheimer Märchen zu spinnen, und senden und schreiben, was das Zeug hält, aber die TSG weiß, dass sie als vermeintlicher Bayernjäger keine Spiele gewinnt. Nur durch sich selbst.

Von dieser Seite ist also nichts zu befürchten, so dass sich am Sonntag vermutlich ein ziemlich gutes Spiel entwickeln wird – mit Vorteilen für die TSG, wenn sie darauf aufpasst, dass sich der HSV nicht in einen Rausch spielt. Letztlich heißt das, dass die Wahrheit der Partie in der Hoffenheimer Defensive und im Mittelfeld liegen wird. Was in der jüngeren Vergangenheit, bei wieder erstarkender Offensive, ja kein schlechter Ratgeber war.

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Wenn man das alles bedenkt – und gleich wieder vergisst – und stattdessen die Nase einfach nur in den Wind hält, um das Ergebnis des Spiels sozusagen zu erschnuppern, riecht es am Sonntag ein bisschen nach Unentschieden bzw. nach einem knappen Sieg der TSG. Aber weil Fußball gespielt wird, kann es natürlich auch anders kommen. Einem Mann wird besonders daran gelegen sein, dass es so kommt und der HSV gewinnt: Bernhard Peters.

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Der ehemalige Leiter der Hoffenheimer Jugendakademie zieht jetzt in Hamburg seine Kreise und klärt Zinnbauer seit Tagen eifrig darüber auf, womit er seitens der TSG zu rechnen hat. Gehen wir einfach mal davon aus, dass er mit allem recht behält, was er weiß und warnend an den Mann zu bringen versucht…

Fotografie: Uwe Grün

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