Vorschau Mainz – Hoffenheim

Nachdem sich das Spektakel beim Heimspiel gegen Freiburg plötzlich zurückgemeldet hat, soll es sich am Freitagabend gegen Mainz bitte möglichst ebenso schnell wieder verkriechen. Oder wenigstens für einen anderen Spielausgang sorgen als letztes Jahr:

Im vergangenen Oktober verspielte Hoffenheim in Mainz einen allzu sicher geglaubten Zwei-Tore-Vorsprung in letzter Minute unter Beteiligung des Mainzer Torhüters, der damals noch Müller hieß. Noch karnevalesker wurde es im März beim Rückspiel, als Hoffenheim total überlegen war, aber erst nach der Pause 2:0 in Führung ging und am Ende doch noch mit 2:4 unterlag.

Mainzer Torwart Müller

Ja, wenn der Gegner Mainz heißt, wird es öfters unangenehm. Beide Male spielten letzte Saison die Nerven der TSG einen Streich – besser gesagt ließ die TSG beide Male die Zügel schleifen und behielt Mainz jedesmal die Nerven. Mit Mainz ist es für Hoffenheim anscheinend so wie für Gladbach mit Hoffenheim. Aus unerfindlichen Gründen kann Gladbach gegen Hoffenheim nur selten etwas ausrichten. Mainz dafür umso mehr.

Das Phänomen hat auch einen Namen: Angstgegner. Außer Leverkusen (und natürlich die Bayern) kennt Hoffenheim sonst keinen Gegner, der so oder ähnlich einzuordnen wäre. Dabei lassen sich die Partien gegen Mainz anfangs meist gar nicht übel an. Trotzdem hat Mainz bei bisher 10 Erstligabegegnungen fünfmal gewonnen und dreimal ein Unentschieden herausgeholt. Hoffenheim schaffte derweil nur zwei Siege.

normal_ug114_0576_150314

Schauen wir uns jedoch erstmal die Daten der neuen Saison an, soweit sie vorliegen, um herauszufinden, ob Mainz und Hoffenheim auch statistisch so nah beieinander liegen wie in der Tabelle. Die Begegnung ist ja fast ein Spitzenspiel. Aber sind die Daten bei einem der beiden noch mehr spitze?

Bei den Schüssen Richtung Tor im Verhältnis zu echten Torschüssen liegt Mainz hinten. 48:22 lautet hier die Bilanz, bei Hoffenheim 66:20. Die TSG ist also effektiver, wenn der Ball ins Tor soll. Und sie ist defensiv ebenfalls effektiver: 17 Paraden hat Karius im Mainzer Tor schon aufbieten müssen, um Einschläge zu verhindern, Baumann hatte erst neunmal sein Können zu beweisen.

normal_ug021_2577_051013

Zudem geht Hoffenheim öfter in die Zweikämpfe und gewinnt sie auch öfter als Mainz. Aber insgesamt sind die statistischen Daten sehr ähnlich, auch bei den Fouls, den Ecken, den Karten usw. Die Tabelle lügt also nicht, die bislang punkt- und torgleichen Nachbarn liegen statistisch Kopf an Kopf. Die Schlussfolgerung daraus ist denkbar einfach – alles deutet auf ein enges Match hin. Die Tagesform kann den Ausschlag geben. Oder das Prinzip Angstgegner. Oder das Spektakelpotential.

Mit anderen Worten: es wird wieder spannend, mega-spannend. Was bei aller statistischen Parallele zur Hoffnung auf einen weiteren Auswärtssieg berechtigt: Hoffenheim ist gereift, lässt hinten viel weniger anbrennen, ohne vorn kopflos zu sein. Mainz wird darum mehr aufbieten müssen als das Glück der letzten Saison.

Fotografie: Uwe Grün

Zur Unterstützung für diesen Artikel wurden Informationen herangezogen von:

www.ran.de/Datenbank

www.fußballdaten.de

Deine Meinung zum Artikel:

1 Comment