Vorschau Hoffenheim-Freiburg

Nach dem Ländle-Derby folgt nun, drei Tage später, das mindestens so elektrisierende Baden-Derby. Während die TSG noch im Wohlgefühl eines ungefährdeten Auswärtssieges badet, windet sich Freiburg immer noch in Schmerzen über das Berliner Ausgleichstor in der 96. Minute. Gerade so, als hätte der SC nicht schon des Öfteren selber in letzter Minute von einem Treffer profitiert…

Interessant ist es, sich die beiden Partien vom Wochenende statistisch genauer anzuschauen. Es fällt auf, dass sowohl Stuttgart wie Freiburg deutlich mehr Ballbesitz und bessere Passquoten hatten, dass sie öfter aufs Tor schossen, dass ihre Zweikampfquote überlegen war und sie weitaus öfter gefoult wurden als ihre Gegner. Auch beim Abseits lagen SC und VfB vorn.

Trotzdem hat Stuttgart verloren und kam Freiburg nicht über ein Unentschieden hinaus. In der Tabelle liegen die Klubs nahe beieinander, ein einziges Pünktchen trennt sie. Es fällt nicht schwer, daraus abzuleiten, dass mangelnde Effizienz beider Problem ist. Woran es fehlt, sind (verwandelte) Großchancen, und auch wenn es zu mittleren Chancen kommt, fehlt es an Verwertungsqualität.

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Am Wochenende hat Freiburg als Mannschaft insgesamt ca. 119 km zurückgelegt, Hertha ca. 116 km, Stuttgart ca. 115 km und Hoffenheim ca. 117 km. Freiburgs Spielprinzip ist es also, alles zu erlaufen, was nur irgendwie möglich ist, mit einer Ausdauer wie Duracell-Hasen. Trainer Streich will sein Team notgedrungen dahin bringen, fehlende spielerische Momente läuferisch auszugleichen.

Freiburg wird deshalb äußerst unbequem sein, aber Hoffenheim ist auch nicht faul. Bei nur 38% Ballbesitz und einer weitgehend defensiven Ausrichtung mehr zu laufen als der VfB, ist schon beeindruckend.

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In den bisherigen Bundesliga-Begegnungen von Hoffenheim und Freiburg konnte der SC dreimal siegen, Hoffenheim zweimal. Fünf Mal trennten die Klubs sich remis, was auf grundsätzlich enge Verhältnisse zwischen den beiden rückschließen lässt. Im Verlauf der bisherigen vier Spieltage liegt allerdings Freiburg bei fast allen statistischen Daten vorn, was die kämpferische Einstellung anbelangt. Hoffenheim agiert bislang ungewohnt zurückhaltend und ist eher defensiv ausgerichtet.

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Trotzdem liegt die TSG sechs Punkte vor Freiburg. Das ist, wie gesagt, nur mit erheblich höherer Effizienz zu begründen, wahlweise auch mit höheren technischen Möglichkeiten. Bei einem nahezu ausgeglichen Verhältnis von 49:48 Torschüssen zugunsten Freiburgs beläuft sich Freiburgs aktuelles Torkonto nur auf 3:6 und das von Hoffenheim auf 6:2. Das spricht Bände.

Ein besonderes Augenmerk der Partie liegt natürlich auf Oliver Baumann, der zu Beginn der Saison vom Tor des SC Freiburg ins Hoffenheimer Tor gewechselt ist und bei seinem alten Verein wenig Freude darüber hat aufkommen lassen. An Baumanns Verlässlichkeit sollte man aber sicher nicht zweifeln. Nervenstärke ist so etwas wie sein zweiter Vorname, auch wenn die ehemaligen Kollegen alles daran setzen werden, ihn zu verunsichern.

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Wie geht die Partie aus? Am wahrscheinlichsten ist aufgrund der Vergangenheit ein Unentschieden. Am wahrscheinlichsten aufgrund der ersten vier Spieltage ist jedoch ein Sieg der TSG. Bleibt nur die Frage, ob es gelingen kann, Freiburg zuhause mit den gleichen defensiven Tugenden zu schlagen, die bisher den Erfolg brachten. Vermutlich nicht, der SC wird schließlich nicht selber das Spiel machen wollen und sich auskontern lassen, solange er nicht deutlich zurückliegt. Hoffenheim wird für den einen wie den anderen Fall also sein offensives Schatzkästlein öffnen müssen, in dem ja einige Hochkaräter liegen. Das garantiert zwar noch nicht den Sieg, aber fußballerische Leckerbissen und jede Menge spannungsgeladene Szenen. Kann gut sein, das Spektakel kehrt diesmal zurück!

Fotos: Uwe Grün

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