Vorschau Hoffenheim-Wolfsburg

Der Blick auf die – sonst noch nicht sehr aussagekräftige – Tabelle zeigt, dass Wolfsburg mit nur einem Punkt aus zwei Spielen nicht so gut in die Saison gestartet ist, wie es die eigenen Ansprüche vorsehen. Die Wölfe werden gegen Hoffenheim deshalb alles daransetzen, dass kein richtig verpatzter Saisonstart droht.

Die Ligabilanz kann dem VfL dabei durchaus Hoffnung machen. Von bislang 12 Partien gegeneinander gewann Hoffenheim vier, Wolfsburg sechs, zweimal stand am Ende ein Unentschieden. Im Pokal schied die TSG letztes Jahr gegen Wolfsburg unglücklich im Viertelfinale aus, deklassierte die Wölfe aber kurz danach mit 6:2.
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Eigentlich muss Wolfsburg in dieser Saison zu den starken Teams gerechnet werden, konnte aber, ähnlich wie Schalke 04, die mannschaftlichen PS noch nicht auf die Straße bringen. Dafür gibt es Gründe, die bspw. im Zweikampfverhalten zu finden sind. Die TSG hat in den ersten beiden Spielen eine Foul-Bilanz von 31:31, ist also ebenso oft gefoult worden, wie sie selber Fouls begangen hat. Wolfsburg dagegen kommt nur auf einen Wert von 15:26.

Das spricht eigentlich für eine eher faire Spielweise, ohne dass Hoffenheim deshalb als unfair bezeichnet werden könnte. Aber es deutet auch daraufhin, dass Wolfsburg bislang weniger aktiv in die Zweikämpfe ging. 411 gegen 512 lautet hier die Bilanz, nur dass Wolfsburg bei 20% weniger Zweikämpfen in 51,09% erfolgreich blieb, Hoffenheim in 49,61%. Wie fair das Wolfsburger Spiel tatsächlich ist, lässt sich etwas zuverlässiger aus der Zahl der gelben Karten ableiten: fünf für Wolfsburg, zwei für die TSG…
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Bei den Ballkontakten wiederum hat Wolfsburg in zwei Spielen die Zahl von 1330 aufzuweisen, Hoffenheim war „nur“ 1123 Mal am Ball. Dem entsprechend hatte Wolfsburg knapp 51% Ballbesitz, Hoffenheim 47,5%. Die Spannweite der Liga liegt übrigens zwischen ca. 60% Ballbesitz der Bayern und ca. 40% Ballbesitz von Paderborn.

In der Summe sagen alle diese Zahlen vor allem eines aus, dass Wolfsburg nämlich dazu neigt, selber das Spiel zu machen und die Räume zu kontrollieren, während Hoffenheim gern gegen den Ball arbeitet und weniger Ballbesitz, aber mehr Zweikämpfe aufweist. Und das ist für die TSG gut, denn die Spielweise der beiden letzten Gegner, die aggressiv in die Zweikämpfe gingen, liegt der TSG weniger als eine offene Spielweise, wie sie Wolfsburg grundsätzlich pflegt.
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Lohnenswert wird es sein, wenn Hoffenheim gegen Wolfsburg die Abseitsfalle scharf stellt. In zwei Partien ist Wolfsburg bereits neunmal im Abseits gestanden, die TSG nur viermal. Und die TSG muss auf zahlreiche Flanken vorbereitet sein, Wolfsburg kommt weniger durch die Mitte und hat bislang 14 Mal von links und 13 Mal von rechts geflankt – Hoffenheim kommt hier auf einen Wert von 9:7.

Wie anfällig Wolfsburg zu diesem frühen Zeitpunkt noch ist, zeigt die Bilanz der Torhüter. Da hat Wolfsburgs Keeper bereits neun Paraden hinlegen müssen, Baumann erst zwei. Das Eckenverhältnis liegt bei 13:7 für die TSG. Die Torschussbilanz ist dagegen ausgeglichen, hier liegt Wolfsburg mit 23:22 hauchdünn vorn.

In der Summe müsste man, falls das Zahlenwerk sich so ähnlich fortsetzt, auf einen Sieg der TSG setzen. Leider aber ist „alle Theorie grau“ und „liegt die Wahrheit aufm Platz“. Das heißt, dass es unvorhersehbar ist, ob Wolfsburg sein hohes spielerisches Potential schon gegen Hoffenheim besser zu realisieren versteht oder immer noch herumrätselt, wie man all die exzellenten Spieler exzellent zusammenbindet. Zuguterletzt muss man auch bedenken, dass die Wölfe bei den Bayern nur knapp vor einem Punktgewinn standen – und gegen Frankfurt die Chance zum Sieg ausgelassen haben.
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Trotzdem stehen die Chancen für die TSG nicht schlecht, im zweiten Heimspiel der Saison auch den zweiten Heimsieg zu feiern. Schließlich steht man viel sicherer in der Abwehr als letzte Saison und hat noch dieselbe Offensivpower aufzubieten, während Wolfsburg mannschaftlich stark verändert ist und auch von daher seinen Rhythmus noch nicht gefunden hat. Für die Fans dürfte es darum ein lohnenswertes Spiel werden, zumal im Schnitt aller Begegnungen der beiden Vereine pro Spiel 4,5 Tore fielen.

Die personelle Lage ist vielleicht auch entscheidend. Hoffenheim muss weiter auf Kim verzichten, der für seine Heimat die Stiefel schnürt, wahrscheinlich wird auch Volland fehlen. Strobl fällt als Ersatz für Kim diesmal vermutlich aus, dafür könnte Rudy seine Karriere als rechter Verteidiger fortsetzen. Auch nicht ganz unwichtig: Benaglio kehrt ins Tor der Wölfe zurück.

Fotos: Uwe Grün

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